Staatsanwaltschaft bestätigt Fälschung – Anfang feierte mit Fake-Impfpass im 2G-Karneval
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Staatsanwaltschaft bestätigt FälschungAnfang feierte mit Fake-Impfpass im 2G-Karneval

Markus Anfang trat am Freitag von seinem Trainer-Posten für Werder Bremen zurück, nachdem gegen ihn wegen eines gefälschten Impfzertifikats ermittelt wurde.

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Zum Karnevalsauftakt am elften November zeigte sich Werder Bremen-Trainer Markus Anfang noch in bester Feierlaune.

Zum Karnevalsauftakt am elften November zeigte sich Werder Bremen-Trainer Markus Anfang noch in bester Feierlaune.

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Nun ist er seit Freitag nicht mehr Trainer des SV Werder Bremen.

Nun ist er seit Freitag nicht mehr Trainer des SV Werder Bremen.

imago images/Nordphoto
Weil die Staatsanwaltschaft gegen sie ermittelt, lösten Anfang (links) und sein Co-Trainer Junge (rechts, im Vordergrund) am Freitag ihre Verträge mit dem Verein auf.

Weil die Staatsanwaltschaft gegen sie ermittelt, lösten Anfang (links) und sein Co-Trainer Junge (rechts, im Vordergrund) am Freitag ihre Verträge mit dem Verein auf.

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Die Staatsanwaltschaft Bremen hat neue Erkenntnisse im Fall des zurückgetretenen Werder-Trainers Markus Anfang veröffentlicht, die den Verdacht der Fälschung seines Impfausweises erhärten. Demnach sind im Dokument, das der 47-Jährige vorgelegt hat, zwei Impftermine in einem Kölner Impfzentrum dokumentiert. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung, die dieses Impfzentrum betreibt, sei Anfang jedoch an keinem der beiden Termine vom Datenverwaltungssystem des Zentrums erfasst worden.

Die Ermittler gehen deshalb davon aus, dass der Impfausweis des früheren Bundesliga-Profis gefälscht ist. Ihre Ermittlungen haben außerdem ergeben, dass die bei Anfangs erstem Termin angegebene Chargennummer des Impfstoffs nie verimpft wurde. Die Chargennummer des zweiten Termins wurde nach Angaben des Oberstaatsanwalts Frank Passade zwar verimpft – jedoch nicht an dem in Anfangs Dokument angegebenen Tag.

Mit gefälschtem Pass auf Karnevalsfeier

Wie die Vereinszeitung «Deichstube» berichtet, nutzte der Trainer von Werder Bremen seinen gefälschten Impfpass auch, um Zutritt zu Veranstaltungen zu erhalten, die der 2GPlus-Regel unterlagen. So habe Anfang am elften November einen freien Tag dazu genützt, um ausgiebig den Karnevalsauftakt zu feiern.

Am Donnerstagabend war bekanntgeworden, dass gegen Anfang wegen der angeblichen Nutzung eines gefälschten Impfzertifikats ermittelt wird. Das Bremer Gesundheitsamt hatte ihn bei der Staatsanwaltschaft angezeigt, weil der Behörde mehrere Unregelmäßigkeiten im Zertifikat aufgefallen waren. So soll Anfang zum Beispiel am Tag seines vermeintlichen ersten Impftermins in Köln ein Auswärtsspiel mit seinem damaligen Club SV Darmstadt 98 in Würzburg gehabt haben, wie der «Focus» schreibt.

Co-Trainer ebenfalls unter Verdacht

Wegen der Ermittlungen trat er dann am Samstag wenige Stunden vor dem Bremer Heimspiel gegen Schalke 04 (1:1) als Werder-Trainer zurück. Anfang begründete den Schritt damals mit einer «extrem belastenden Lage für den Verein, die Mannschaft, meine Familie und mich selbst.» Frank Baumann, ehemals Spieler für die deutsche Nationalelf und Geschäftsführer des Bereichs Sport bei Werder Bremen, stellte sich damals noch hinter Markus Anfang. «Markus hat uns versichert, dass alles korrekt gelaufen ist und dass er auch geimpft ist», sagte Baumann am Freitag. Doch ganz so ehrlich, wie sich der Ex-Trainer im Video gibt, scheint Anfang nicht immer zu sein.

Auch gegen den Co-Trainer Florian Junge laufen bei der Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Ungereimtheiten beim Impfpass. Junge ist seit dem Wochenende ebenfalls nicht mehr bei Werder Bremen beschäftigt, laut dem Verein kam die Bitte zur Vertragsauflösung von den beiden Trainern.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat sich Anfang mittlerweile einen Anwalt genommen, aber noch keine Aussage zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen gemacht. «Sein Anwalt wird erst einmal Akteneinsicht fordern», sagte Passade am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Anfang hatte zunächst versichert, dass er geimpft sei und die Vorwürfe zurückgewiesen.

(L'essentiel/dpa/bho)

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