5-Jähriger auf Bühne – Angelo Kelly soll Strafe wegen «Kinderarbeit» zahlen
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5-Jähriger auf BühneAngelo Kelly soll Strafe wegen «Kinderarbeit» zahlen

Als jüngster Spross der Kelly Family wurde Angelo Kelly einst berühmt. Heute hat er mit seinen eigenen Kindern eine Band – genau das könnte nun teuer werden.

Angelo Kelly & Family – so heißt die Familien-Band. Und der Name ist Programm: Neben Papi Angelo Kelly (39) musizieren seine Ehefrau Kira (41) und die Kinder Gabriel (19), Helen (18), Emma (14), Joseph (10) und William (5) gemeinsam auf der Bühne.

Ein Auftritt des jüngsten Familienmitglieds wird nun aber zum Gerichtsfall. Konkret geht es um einen Gig im Juli 2019 auf Schloss Eyrichshof – William war damals 4-jährig. Wie die deutsche Bild-Zeitung berichtet, hat das örtliche Gewerbeaufsichtsamt interveniert und Vater Angelo Kelly angezeigt. Dieser legte Protest ein – jetzt wird der Fall am Hassfurter Amtsgericht verhandelt.

Es geht um 5500 Euro

«Angelo K. soll seinen Sohn von 20 Uhr bis 20.20 Uhr auf der Bühne unter Verstoß gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz beschäftigt haben», sagt die Gerichtssprecherin gegenüber der Boulevardzeitung. Ein Bußgeld von knapp 5500 Euro ist vorgesehen.

William hatte damals seine Eltern und Geschwister beim Song «What a wonderful world» auf seiner Kindergitarre begleitet. So sagt es ein Zeuge, Fotograf Christian Licha, der vor Ort war und vor Gericht aussagt. «Der kleine Junge wurde aber nicht auf die Bühne gezerrt oder ähnliches», sagt Licha der Bild. «Der war schon freiwillig da, das hat dem auch Spaß gemacht, das hat man gesehen.»

Nur: Für kleine Kinder gelten nach 17 Uhr spezielle Regeln für Auftritte auf öffentlichen Bühnen. Und das Konzert begann um 17.30 Uhr. William soll auch nach 20 Uhr noch auf der Bühne gestanden haben.

Angelo Kelly verteidigt sich

Angelo Kelly, der selbst schon als kleiner Junge mit The Kelly Family auf der Bühne stand, betont: «Ich würde nie etwas tun, was das Wohl meiner Kinder gefährden würde. Wir haben in den vergangenen Jahren stets gut mit den Jugendbehörden bezüglich der Auftritte unserer Kinder zusammengearbeitet.»

In elf anderen Fällen, die ebenfalls untersucht wurden, wurde das Verfahren bereits eingestellt. Die Auftritte des Kelly-Nachwuchses würden nicht unter das Jungendarbeitsschutzgesetz fallen, argumentieren andere Behörden. Dies, weil die Kinder mit ihren Eltern auch zu Hause musizieren – deshalb sei das nicht als «Kinderarbeit» zu werten.

Nur das Konzert auf Schloss Eyrichshof ist nun ein Gerichtsfall. Das Urteil wird am 12. Februar erwartet.

(L'essentiel/Katja Fischer)

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