Rede vom Großherzog – «Angst bleibt ein schlechter Ratgeber»

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Rede vom Großherzog«Angst bleibt ein schlechter Ratgeber»

LUXEMBURG - In seiner traditionellen Weihnachtsansprache zeigt sich Großherzog Henri optimistisch, aber auch etwas besorgt.

Großherzog Henri zeigte sich in seiner Weihnachtsansprache zwiegespalten.

Großherzog Henri zeigte sich in seiner Weihnachtsansprache zwiegespalten.

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Krieg in Syrien, Flüchtlingskrise, Terroranschläge...Großherzog Henri blickt besorgt auf das Jahr 2016 zurück. In seiner traditionellen Weihnachtsansprache sagte er dennoch: «Ich glaube an die Vernunft der Menschen. Diese wird nicht verschwinden». «Auch auf die Gefahr hin, wie ein hoffnungsloser Optimist zu klingen», hob der Großherzog die positiven Nachrichten hervor. Er verwies auf die zunehmende Lebenserwartung, den Rückgang der extremen Armut und die Fortschritte in der Wissenschaft.

Dennoch gibt es immer noch viele Sorgen auf der Welt, betont er: «Viele Sicherheiten und Orientierungen sind ins Wanken geraten und haben diffusen Ängsten Platz gemacht.» Ohne explizite Beispiele zu nennen, meinte er damit wohl die Wahl in den USA, den Brexit oder den Aufstieg der Rechtsparteien in Europa. «Wir werden in diesen Tagen in unseren Nachbarländern Zeuge, wie die Ängste und Verunsicherungen politisch ausgenutzt werden. Es kann auf viele der komplizierten Fragen keine einfachen Antworten geben», sagt Henri. «Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass Angst ein schlechter Ratgeber ist.»

Luxemburg sieht der Großherzog in einer stabilen Lage: «Die Winde wehen bei uns weniger kräftig.» In Bezug auf die Kommunalwahlen 2017 und die Parlamentswahlen 2018 wünscht sich Henri eine sachliche Diskussion, welche die Menschen im Großherzogtum seit jeher auszeichnet. Er glaubt weiter fest an ein friedliches Miteinander.

(L'essentiel)

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