Analyse: Antikörpertherapien wirken bei Omikron-Variante BQ.1.1 nicht

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AnalyseAntikörpertherapien wirken bei Omikron-Variante BQ.1.1 nicht

Europaweit gewinnt die Corona-Subvariante Omikron BQ.1.1 an Bedeutung. Analysen zufolge ist sie gegen alle derzeit verwendeten therapeutischen Antikörper resistent. Es gibt aber Alternativen.

ARCHIV - 13.01.2022, Baden-Württemberg, Heidelberg: Ein Mitarbeiter hält in einem Coronatest-Labor PCR-Teströhrchen in den Händen. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstagmorgen mit 262,3 angegeben.(zu dpa "RKI registriert 38 668 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 262,3") Foto: Uwe Anspach/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Bei der Variante BQ.1.1 kann offenbar nicht nur auf Antikörpertherapien gesetzt werden.

Uwe Anspach/dpa

Für die Behandlung der Corona-Subvariante Omikron BQ.1.1 werden offenbar neue Therapien notwendig. Alle derzeit zugelassenen Antikörpertherapien wirkten bei ihr nicht, teilte das Deutsche Primatenzentrum am Mittwoch in Göttingen mit. Die Analyse von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen der Einrichtung sowie der Universität Erlangen-Nürnberg wird in der Fachzeitschrift «The Lancet Infectious Diseases» vorgestellt.

Vor allem in Regionen, in denen BQ.1.1 stark verbreitet ist, sollten Ärzte bei der Behandlung infizierter Risikopatienten nicht allein auf Antikörpertherapien setzen, sondern zusätzlich weitere Medikamente wie Paxlovid in Betracht ziehen, sagte Studienleiter Markus Hoffmann. Darüber hinaus müssten neue Antikörpertherapien entwickelt werden.

Die Übervariante BQ.1 machte in Luxemburg laut LNS in der Woche vom 26. Oktober bis 1. November 33,4 Prozent aller sequenzierten Proben aus.

Die Übervariante BQ.1 machte in Luxemburg laut LNS in der Woche vom 26. Oktober bis 1. November 33,4 Prozent aller sequenzierten Proben aus.

LNS

In seinem aktuellsten Wochenbericht wies das Robert Koch-Institut am vergangenen Donnerstag auf eine Vervierfachung bei der neuen Virusvariante in Deutschland innerhalb der vergangenen vier Wochen hin. Der Anteil des Erregers lag demnach bei acht Prozent.

Bei ihren Laboruntersuchungen an Zellkulturen stellten die Forschenden fest, dass BQ.1.1 weder durch einzelne Antikörper noch durch Antikörpercocktails neutralisiert werden konnte. Gegen einige Präparate waren auch andere Subtypen schon immun. Ursache der Resistenzen seien Mutationen des sogenannten Spikeproteins des Coronavirus, hieß es.

«Die immer weiter fortschreitende Resistenzentwicklung von Sars-CoV-2-Varianten macht es erforderlich, dass neue Antikörpertherapien entwickelt werden, welche insbesondere auf die derzeit zirkulierenden und zukünftige Virusvarianten abgestimmt sind», erläuterte Stefan Pöhlmann, Leiter der Abteilung Infektionsbiologie am Primatenzentrum. «Idealerweise sollten sie auf Regionen im Spike-Protein abzielen, die nur wenig Potenzial für Fluchtmutationen aufweisen.»

(DPA)

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