Teure Verzögerung – Anwohner müssen nach Bombenentschärfung blechen

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Teure VerzögerungAnwohner müssen nach Bombenentschärfung blechen

NEUWIED – Weil sie eine Bombenentschärfung verzögert haben, werden drei Anwohner nun zur Kasse gebeten. Warum die drei in ihrer Wohnung blieben, ist noch unklar.

04.11.2018, Rheinland-Pfalz, Neuwied: Nach der Entschärfung liegt die 1000-Kilogramm-Bombe zum Abtransport bereit. Der Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz hat am Sonntag eine 1000-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg im Rhein bei Neuwied entschärft. Foto: Thomas Frey/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

04.11.2018, Rheinland-Pfalz, Neuwied: Nach der Entschärfung liegt die 1000-Kilogramm-Bombe zum Abtransport bereit. Der Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz hat am Sonntag eine 1000-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg im Rhein bei Neuwied entschärft. Foto: Thomas Frey/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Thomas Frey

Weil sich wegen ihnen eine Bombenentschärfung in Neuwied verzögert hat, sollen nun drei Anwohner zur Kasse gebeten werden. «Das Verfahren ist eingeleitet», sagte Bürgermeister Michael Mang (SPD) am Dienstag. Im Laufe der Woche werde an die dreiköpfige Familie ein formales Schreiben verschickt, in dem sie um eine Stellungnahme gebeten würden.

Mang hat kein Verständnis für das Verhalten der Familie: «Aus meiner Sicht ist das Vorsatz.» Wie hoch das Bußgeld ausfallen wird, ist noch offen. Das hänge von vielen Faktoren ab – beispielsweise vom Inhalt der Stellungnahme. Theoretisch sei ein Betrag bis zu 5000 Euro möglich. Von dem Bußgeldverfahren erhoffe er sich eine Signalwirkung bei möglichen künftigen Bombenentschärfungen, sagte Mang.

Polizei eskortiert Familie aus Sperrgebiet

Am Sonntag hatte der Kampfmittelräumdienst bei Neuwied-Irlich einen 1000-Kilo-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Dafür mussten mehr als 9000 Anwohner das Sperrgebiet verlassen. Rund 50 Menschen folgten laut Mang der Aufforderung zunächst nicht, gingen aber schließlich nach Gesprächen mit der Feuerwehr oder Polizei.

Beim abschließenden Hubschrauberflug wurden dennoch mit der Wärmebildkamera drei weitere Menschen entdeckt. «Das ist eigentlich das, was so richtig ärgerlich ist.» Denn dadurch habe es Verzögerungen gegeben. «Wir mussten dann erst noch mal einen Einsatzwagen reinschicken», sagte Mang. Die Polizei habe die Familie aus dem Sperrgebiet eskortiert. Zuvor hatten mehrere Medien über den Fall berichtet.

(L'essentiel/dpa)

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