Weltuntergang – Apokalyptiker, Geschäfte und Glühwein
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WeltuntergangApokalyptiker, Geschäfte und Glühwein

Der Weltuntergang ist ein Geschäft! Länder in Mittelamerika versuchen, den Hype um den Maya-Kalender zu Geld zu machen. Für Esoteriker steht im Elsass ein Bunker bereit.

«Die Prophezeiung der Maya - eine Hochkultur und ihr Verschwinden», eine  Produktion des Natural Museum of Science Houston, die zur Zeit im Dresdener Planetarium  zu besichtigen ist.

«Die Prophezeiung der Maya - eine Hochkultur und ihr Verschwinden», eine Produktion des Natural Museum of Science Houston, die zur Zeit im Dresdener Planetarium zu besichtigen ist.

DPA

In Frankreich ist ein Dorf abgesperrt, in Mexiko schüttelt man den Kopf und will Geld verdienen, woanders wird gefeiert: Katastrophenjünger erwarten an diesem Freitag den Untergang der Welt, da für die Maya nach mehr als 5000 Jahren ein Kalenderzyklus endet. Die Weltuntergangshysterie sei ein riesiges Missverständnis, betonen Wissenschaftler. Auf den 13. Zyklus folge schlicht eine neue Zeitperiode.

Völlig unaufgeregt sieht der mexikanische Archäologe José Luis Romero die Endzeit-Hysterie: «Jemand, der keine großen Kenntnisse aufwies, hat die Theorie des Weltuntergangs aufgestellt», behauptet er. «Dabei handelt es sich eher um eine tendenziöse Glaubensfrage als um eine wissenschaftliche Erkenntnis.»

Regierungen und Unternehmen in Mexiko, Guatemala, Honduras, Belize und El Salvador wollen dagegen vom Weltuntergangstourismus profitieren. Mexiko zählte in diesem Jahr schon deutlich mehr Reisende. In vielen archäologischen Stätten werden Seminare und Unterhaltungsshows veranstaltet.

Ein Dorf im Ausnahmezustand

In Südfrankreich schottete sich das Dorf Bugarach gegen Weltuntergangsjünger ab. Seit einigen Jahren kursiert die Theorie, vom dortigen 1230 Metern hohen Berg - dem Pic de Bugarach - würden Außerirdische am Tag des Weltuntergangs mit Raumschiffen ins rettende Weltall starten. Laut Gendarmerie wurde um die knapp 200 Einwohner zählende Gemeinde nahe der Pyrenäen eine Sperrzone errichtet.

Hilfe für Weltuntergangsjünger gibt es jedoch im Elsass. Dort wird das Fort de Schoenenbourg für Ängstliche geöffnet. Für sie steht jede Menge Glühwein bereit. Éric Halter von der elsässischen Vereinigung der Freunde der Maginot Linie sagte: «Falls die Welt tatsächlich in Flammen aufgehen sollte, sind die Menschen im Bunker geschützt.»

Entspannt sieht der russische Präsident Wladimir Putin dem Weltuntergang entgegen. In Moskau sagte er scherzhaft: «Ich weiß, wann das Ende der Welt kommt - in etwa viereinhalb Milliarden Jahren, wenn ich mich richtig an den Lebenszyklus unserer Sonne erinnere.»

(L'essentiel Online / dpa)

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