Frankreich: Arbeitskampf in Frankreichs Außenministerium

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FrankreichArbeitskampf in Frankreichs Außenministerium

Sechs Gewerkschaften und rund 500 junge Diplomaten haben für Donnerstag zum Streik im französischen Außenministerium aufgerufen.

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Der Streik wird von rund 500 jungen Diplomaten getragen.

Wikicommons/Jebulon

Arbeitskampf am Quai d’Orsay: Sechs Gewerkschaften und rund 500 junge Diplomaten haben für Donnerstag zum Streik im französischen Außenministerium aufgerufen. «Erschöpfung» und «fehlende Wertschätzung» für die Mitarbeiter bemängeln die Initiatoren des Arbeitskampfes. Es werde eine Reform nach der anderen verlangt, zugleich würden ständig die Mittel gekürzt – all dies führe zu Erschöpfung und großer Sorge beim Personal, sagte der gewerkschaftlich organisierte Diplomat Olivier Da Silva.

Es ist nach 2003 der zweite Streik in der Geschichte des traditionsreichen Hauses am Pariser Quai d’Orsay. Auslöser für den Protest waren die von Staatschef Emmanuel Macron angestoßenen Reformen beim gehobenen Dienst, die erhebliche Folgen für die diplomatischen Laufbahnen haben werden. Die Unzufriedenheit hat sich allerdings bereits seit einigen Jahren angestaut.

In einem ungewöhnlichen Schritt zeigen sich zahlreiche ranghohe Diplomaten, Botschafter und Regionaldirektoren solidarisch mit den Streikenden, sie bekunden seit einigen Tagen via Twitter unter dem Hashtag #diplo2métier ihre Unterstützung für den Protest. Die Botschafterinnen in Kuweit und im Oman, Claire Le Flécher und Véronique Aulagnon, erklärten, sich an dem Streik zu beteiligen.

Streik sei ein Notruf

Für Donnerstag waren Kundgebungen vor dem Außenministerium in Paris sowie vor dem diplomatischen Archiv im westfanzösischen Nantes geplant. Der Diplomat Da Silva verwies darauf, dass Botschafter und Konsulatsmitarbeiter ein Streikrecht hätten. Selbstverständlich würden bei der Aktion keinesfalls die Interessen Frankreichs oder die Sicherheit von Landsleuten gefährdet, sagte er.

Es handele sich um einen «Notruf», die Unzufriedenheit der Mitarbeiter habe «ein ausgesprochen hohes Niveau» erreicht. «Unser Ministerium ist ramponiert», sagte Da Silva. «Es muss repariert werden.»

(AFP)

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