Stahlkonzern – ArcelorMittal baut in Lüttich 1300 Stellen ab
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StahlkonzernArcelorMittal baut in Lüttich 1300 Stellen ab

LÜTTICH – ArcelorMittel stellt im belgischen Lüttich sechs Produktionslinien und seine Kokerei ein. 1'300 Mitarbeiter sind betroffen.

Der Protest vor dem Lütticher Sitz von ArcelorMittal begann noch am Donnerstag, kurz nach der Ankündigung des Stahlkonzerns, eine beträchtlichen Teil seiner Produktion in Lüttich einzustellen.

Der Protest vor dem Lütticher Sitz von ArcelorMittal begann noch am Donnerstag, kurz nach der Ankündigung des Stahlkonzerns, eine beträchtlichen Teil seiner Produktion in Lüttich einzustellen.

AFP

ArcelorMittal macht in Lüttich sechs Produktionslinien und seine Kokerei zu. Dies hat der Stahlkonzern am Donnerstag mitgeteilt. 1'300 Beschäftigten an diesem Standort droht nun die Arbeitslosigkeit. Bereits bei der Schließung der Heißphase waren knapp 800 Stellen gestrichen worden. Der Arbeitsplatzabbau soll sozial verträglich gestaltet werden und auch den Transfer von Mitarbeitern an andere Standorte miteinbeziehen, teilte das Unternehmen mit.

Als Grund nannte ArcelorMittal die niedrige Nachfrage nach Stahlprodukten, die im vergangenen Jahr in Europa um acht bis neun Prozent gesunken sei im Vergleich zu 2011 und 29 Prozent unter dem Vorkrisenniveau liege. «Eine Verbesserung ist auf mittlere Sicht nicht vorhersehbar», teilte das Unternehmen mit. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres habe der Standort Lüttich einen Verlust von 200 Millionen Euro eingefahren.

Fünf weitere Produktionslinien sollen auch in Zukunft betrieben werden. In diesen Bereichen sind 800 Personen beschäftigt.

Die belgischen Gewerkschaften riefen zum Streik zunächst bis zum Montag auf. Dann ist eine Betriebsversammlung geplant. «Es werden nicht mehr als 500 Arbeitsplätze im Bassin von Lüttich verbleiben», sagte der Präsident der belgischen Gewerkschaft FGTB-Metal, Robert Rouzeeuw. Es gebe vor allem keinerlei Garantien über künftige Produktionskapazitäten.

Elio di Rupo will mit Mittal sprechen

Der belgische Premierminister Elio di Rupo hat angekündigt, ArcelorMittal-Inhaber Lakshmi Mittal beim Weltwirtschaftsforum im Schweizer Davos auf den Stellenabbau anzusprechen. «Ich unterstütze die Arbeiter. Dies ist die allererste Botschaft an diesem Nachmittag bei meinem Treffen mit Lakshmi Mittal», erklärte di Rupo via Twitter. Eine Reise nach Chile sagte er ab. Die sozialdemokratische Partei Di Rupos sprach von einem «Angriff auf einen entscheidenden Teil der Wirtschaft in Lüttich und in der gesamten Wallonie». Die Regierung der Provinz Lüttich zeigte sich «erstaunt über die brutale Entscheidung» und über den «Zynismus ohnegleichen» des Unternehmens.

ArcelorMittal hatte bereits im Oktober 2011 angekündigt, seine Heißphase in Lüttich, darunter auch die zwei Hochöfen, zu schließen. Dadurch fielen bereits knapp 800 Stellen weg. Die Geschäftsführung hatte noch Ende 2012 versichert, 138 Millionen Euro in die Kaltphase am Standort Lüttich investieren zu wollen, da diese «strategisch wichtig» sei.

(ks/L'essentiel Online/afp/dpa)

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