Stahlproduzent – ArcelorMittal lässt Lüttich endgültig fallen
Publiziert

StahlproduzentArcelorMittal lässt Lüttich endgültig fallen

LÜTTICH – Nach dem Scheitern der Verhandlungen über die Stillegung der Heißphase zieht der Stahlriese seinen Investitionsplan für die restlichen Werke komplett zurück.

ArcelorMittal zieht seinen Investitionsplan für die verbleibenden Werke in Lüttich zurück.

ArcelorMittal zieht seinen Investitionsplan für die verbleibenden Werke in Lüttich zurück.

L'essentiel

ArcelorMittal will einen Investitionsplan in Höhe von 138 Millionen Euro für seine verbleibenden Werke in Lüttich komplett streichen. Die Entscheidung fiel, nachdem monatelange Verhandlungen über die Schließung der Heißphase am Wochenende endgültig gescheitert waren, wie «La Meuse» am Montag berichtete.

Betroffen sind die Unternehmen Ferblatil in Tilleur und das ArcelorMittal-Werk in Marchin, die beide zusammen rund 2 000 Personen beschäftigen.

Gewerkschaftsvertreter und Werksleitungen informieren derzeit die Belegschaften. Der Konzern wirft den Gewerkschaften vor, die Verhandlungen über die Werksschließung der Rohstahlproduktion zu lange verschleppt zu haben

Gewerkschaft enttäuscht

ArcelorMittal hatte bereits im Oktober 2011 die Schließung der Heißphase in Lüttich angekündigt, also unter anderem der zwei Hochöfen. 795 Stellen sollten dadurch wegfallen, wie die Direktion Ende August mitteilte. Sie verwies darauf, dass ArcelorMittal jedoch seine restlichen Aktivitäten in Lüttich ausbauen wolle, das heißt die Kaltphase, wo 2 000 Mitarbeiter beschäftigt sind. Dabei erinnerte sie auch an den Investitionsplan über 138 Millionen Euro.

Die Gewerkschaft CSC erklärte am Montag, es habe mit den weiteren drei Gewerkschaften keine einheitliche Position in den Verhandlungen gegeben. David Camerini äußerte Kritik am Stahlproduzenten: «Wir verurteilten das Verhalten der Direktion und erwarten, dass die wallonische Regierung Position bezieht.» Er fürchte um die Zukunft der Kaltphase und hoffe auf weitere Verhandlungen mit ArcelorMittal.

(L'essentiel Online)

Deine Meinung