Drahtstraße in Schifflingen – ArcelorMittal will Produktion ganz einstellen

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Drahtstraße in SchifflingenArcelorMittal will Produktion ganz einstellen

LUXEMBURG – Das Aus für die Drahtstraße im Schifflinger Stahlwerk scheint beschlossen. Damit wird dort ab Januar bei ArcelorMittal gar nicht mehr gearbeitet.

Die Drahtstraße in Schifflingen produziert derzeit auf etwa 10 Prozent, im Dezember ist es damit endgültig vorbei.

Die Drahtstraße in Schifflingen produziert derzeit auf etwa 10 Prozent, im Dezember ist es damit endgültig vorbei.

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Nach dem definitiven Aus für die Hochöfen in Florange und Lüttich gibt es auch schlechte Nachrichten für den Standort von ArcelorMittal in Schifflingen: Der Stahlkonzern will die Produktion der Drahtstraße im Werk zum Jahresende «auf unbestimmte Zeit» einstellen.

Diese Nachricht, die am Dienstag in einem Betriebsratsratsreffen bekannt gegeben wurde, bestätigte der Sprecher des Stahlkonzern auf Anfrage von «L’essentiel Online». Derzeit produziert dieser Teil des Schifflinger Werks auf einem Niveau von etwa 10 Prozent noch bis Ende Dezember.

Auch der Elektro-Ofen im Stahlwerk von Schifflingen, dessen Abschaltung im März auf «auf unbestimmte Zeit» verlängert wurde, bleibt weiter aus. Damit wird in Schifflingen bei ArcelorMittal ab Januar gar nicht mehr gearbeitet. Es gibt laut ArcelorMittal keine offizielle Frist, zu der über eine mögliche Inbetriebnahme diskutiert werden könnte.

«Das ist keine Überraschung»

«Das ist keine Überraschung», meint Charles Hennico von der Gewerkschaft LCGB. «Wir haben nie auch nur im Traum daran gedacht, dass die Produktion auf der Schifflinger Drahtstraße weitergehen könnte.» Die Herstellung werde am Standort im deutschen Duisburg übernommen. Diese Verlagerung sei lange bekannt, bisher habe die Produktionsstraße in Duisburg aber nicht genug Kapazität gehabt.

Für den OGBL-Gewerkschafter Jean-Claude Bernardini ist die Absichtserklärung von ArcelorMIttal hingegen lediglich «ein Gedankenspiel». «Es ist nichts offiziell, auch wenn klar ist, in welche Richtung die Direktion von ArcelorMittal sich bewegt. Das ist nicht neu», so Bernardini. Die Prozedur müsse befolgt werden: Dazu werde die Diskussion in einem Betriebsrat geführt, für den es noch kein Datum gebe und der vom Verwaltungsrat einberufen werden müsse.

Rodingen weiter auf Sparflamme

Für das Rodinger Werk, in dem auf zwei Straßen seit Monaten nur auf sehr geringem Niveau produziert wird, stehen derzeit keine Änderungen an. Insgesamt sind noch 331 Beschäftigte in beiden Werken tätig, davon 47 auf der Drahtstraße in Schifflingen. Sie werden in die interne Umbesetzungsstelle überstellt und sollen vor allem in den Werken in Differdingen und Belval tätig sein, wie ArcelorMittal mitteilt.

Am 26. Oktober findet in Luxemburg ein Treffen der sogenannten «gemischten Komitees» in Form einer Tripartite statt. Vertreter von Regierung, Gewerkschaften und ArcelorMittal beraten dann über die Zukunft der Standorte in Luxemburg.

(sb/fr/L'essentiel Online )

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