Umweltverschmutzung - Arktis ähnlich stark mit Plastikmüll verschmutzt wie andere Regionen

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UmweltverschmutzungArktis ähnlich stark mit Plastikmüll verschmutzt wie andere Regionen

Die Region um den Nordpol leidet zunehmend ähnlich stark unter Plastikabfällen wie dicht besiedelte Gebiete rund um den Globus. Schuld dürfte eine Kombination aus lokalen und globalen Ursachen sein.

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Die Arktis ist mittlerweile ähnlich stark mit Plastikmüll verschmutzt wie dicht besiedelte Gebiete.

Die Arktis ist mittlerweile ähnlich stark mit Plastikmüll verschmutzt wie dicht besiedelte Gebiete.

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Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie des Alfred-Wegener-Instituts.

Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie des Alfred-Wegener-Instituts.

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Plastikabfall sammelt sich an der Küste von Svalbard, nur etwa 960 Kilometer entfernt vom Nordpol.

Plastikabfall sammelt sich an der Küste von Svalbard, nur etwa 960 Kilometer entfernt vom Nordpol.

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Selbst die Arktis ist nach Erkenntnissen des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in Bremerhaven inzwischen ähnlich stark mit Plastikrückständen verschmutzt wie dicht besiedelte Regionen. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten aktuellen Übersichtsstudie hervor, die Forscher und Forscherinnen des Instituts erstellten.

Zu den Auswirkungen der Plastikverschmutzung speziell auf arktische Meeresorganismen existierten «leider nur vergleichsweise wenige Studien», erklärte die AWI-Expertin Melanie Bergmann. «Viel spricht jedoch dafür, dass die Folgen ähnlich gravierend sind wie in besser untersuchten Regionen.» So verfingen sich auch dort viele Tiere in Plastikmüll und verendeten. Auch dort fräßen Tiere Mikroplastik, was wahrscheinlich vielfältige schädliche Körperreaktionen auslöse.

«Trübes Bild»

Insgesamt ergibt die Übersichtsuntersuchung nach Angaben des AWI ein «trübes Bild». Auch in der in weiten Teilen lediglich sehr dünn besiedelten arktischen Region sei das Meer in sämtlichen Bereichen vom Strand bis hinab zum Meeresgrund ähnlich stark von Plastikmüll betroffen wie andere Gegenden. Zurückzuführen ist dies demnach auf eine Kombination aus örtlichen und weiter entfernten Plastikquellen.

Eine wichtige Rolle spielen demnach Ozeanströmungen, die den Müll aus dem Atlantik und dem Pazifik über weite Strecken bis in die Arktis transportieren. Ebenfalls zentral ist zugleich der Zustrom von Kunststoffrückständen über Flüsse, vor allem aus Sibirien. Das Mikroplastik friert im Meereis ein und treibt weiter in die Arktis.

Auch die Luft trägt winzige Kunststoffpartikel nach Norden. Aber auch örtliche Quellen tragen der in der Fachzeitschrift «Nature Reviews Earth & Environment» erschienenen Studie zufolge zur Verschmutzung bei. Dazu zählen Abfälle aus Siedlungen und Fischerei. Derweil spitzt sich die Klimaerwärmung weiter zu: Laut dem Weltklimarat befinde man sich an einem «Scheideweg» und müsse jetzt Maßnahmen treffen, um einen drastischen Anstieg der Meeresspiegel zu verhindern.

(L'essentiel/AFP/fur)

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