Zahlen für Luxemburg – Armutsfalle schnappt bei jedem Fünften zu

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Zahlen für LuxemburgArmutsfalle schnappt bei jedem Fünften zu

LUXEMBURG – Fast jeder Fünfte im Großherzogtum ist von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Seit 2008 ist das Armutsrisiko markant gestiegen.

Einer von zehn Einwohnern Luxemburgs ist von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht.

Einer von zehn Einwohnern Luxemburgs ist von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht.

DPA

Fast jeder fünfte Einwohner in Luxemburg ist von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Das geht aus Zahlen hervor, die die EU-Statistikbehörde Eurostat am Dienstag veröffentlicht hat. Rund 19 Prozent der Gesamtbevölkerung des Großherzogtums (das sind ca. 100.000 Personen) stecken in derart prekären Verhältnissen, wohingegen diese Zahl 2008 vor der Wirtschaftskrise noch bei 15,5 Prozent lag. Das Großherzogtum liegt damit über dem EU-Durchschnitt von 24,5 Prozent (23,8 Prozent im Jahr 2008). Von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht sind laut Eurostat-Definition Personen, die «nach Zahlung von Sozialleistungen von Armut bedroht sind (Einkommensarmut), unter erheblicher materieller Deprivation leiden oder in einem Haushalt mit sehr niedriger Erwerbstätigkeit leben».

In Luxemburg sind 15,9 Prozent der Menschen von Einkommensarmut betroffen (13,4 Prozent in 2008). 1,8 Prozent kämpfen mit der sogenannten materiellen Deprivation und können sich zum Beispiel nicht leisten, ihre Wohnung ausreichend zu beheizen, eine Waschmaschine oder einen Fernseher zu kaufen oder ihre Miete bzw. Kredite fristgerecht zu bezahlen. 2008 lag dieser Wert ni dieser Kategorie noch bei 0,7 Prozent. Weitere 6,6 Prozent der Einwohner Luxemburgs im Alter zwischen 0 und 59 Jahren leben in einem Haushalt mit sehr niedriger Erwerbstätigkeit, d.h. die Erwachsenen des Hauses arbeiten weniger als sie eigentlich könnten.

In der EU waren im Vorjahr 122,6 Millionen Personen bzw. 24,5% der Bevölkerung von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Besonder betroffen sind die Mitgliedsstaaten Bulgarien, Rumänien, Griechenland, Lettland und Ungarn. Zu den Ländern mit den wenigsten Armutsfällen zählen Tschechien, Niederlande, Finnland und Schweden.

(mv/jt/L'essentiel)

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