Für Behandlung seines Arms: Asowstal-Kämpfer bekommt 194.000 Euro Spenden in 24 Stunden

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Für Behandlung seines ArmsAsowstal-Kämpfer bekommt 194.000 Euro Spenden in 24 Stunden

Wochenlang harrte Mykhailo Daniow verletzt im Asowstalwerk aus, danach verbrachte er mehrere Monate in russischer Kriegsgefangenschaft. Nun wurde für seine Behandlung gesammelt.

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Dieses aktuelle Bild von Mykhailo Dianow schockiert: Der ukrainische Oberfeldwebel der 36. Brigade war im Mai in russische Gefangenschaft genommen worden. Am 22. September wurde er freigelassen.

Dieses aktuelle Bild von Mykhailo Dianow schockiert: Der ukrainische Oberfeldwebel der 36. Brigade war im Mai in russische Gefangenschaft genommen worden. Am 22. September wurde er freigelassen.

Bild: Jelena Lawruschka, Schwester von Mykhailo Dianow
Auch dieses Bild zeigt Mykhailo Dianow: Am 10. Mai hatten die Kämpfer, die lange in dem von russischen Truppen belagerten Asowstalwerk in der Hafenstadt Mariupol ausgeharrt hatten, Bilder veröffentlicht. Wann die Fotos aufgenommen wurden, ist nicht bekannt.

Auch dieses Bild zeigt Mykhailo Dianow: Am 10. Mai hatten die Kämpfer, die lange in dem von russischen Truppen belagerten Asowstalwerk in der Hafenstadt Mariupol ausgeharrt hatten, Bilder veröffentlicht. Wann die Fotos aufgenommen wurden, ist nicht bekannt.

via REUTERS
Am 11. Mai wurden die Menschen aus dem Asowstalwerk nach Russland gebracht. Nun kam Dianow im Rahmen eines Gefangenenaustauschs frei.

Am 11. Mai wurden die Menschen aus dem Asowstalwerk nach Russland gebracht. Nun kam Dianow im Rahmen eines Gefangenenaustauschs frei.

AFP

Sein Bild ging um die Welt: Schmutzig und abgekämpft, mit einer improvisierten Fixation am bandagierten Arm wurde Mykhailo Dianow (42), Oberfeldwebel in der 36. Marinebrigade der ukrainischen Armee, im Keller des belagerten Stahlwerks Asowstal fotografiert. Das Bild wurde zu einem Symbol des Widerstands gegen die russische Aggression in der Ukraine und die Unbeugsamkeit der Verteidiger des Landes.

Monate später schockierte ein Bild des am 21. September von Russland freigelassenen Dianow, der im Zivilleben Berufsmusiker ist: Er war nicht nur auf Haut und Knochen abgemagert und wies Spuren von Misshandlungen auf, sondern auch seine unbehandelte Verletzung am linken Arm scheint schlimmer geworden zu sein. Diese hatte er im Gefecht erlitten, in seinem Arm steckte ein Metallsplitter, der ihm dann in Gefangenschaft ohne Narkose mit einer rostigen Zange entfernt wurde.

«Geschwächt, mental aber sehr stark»

Laut den Ärzten fehlen ihm nun vier Zentimeter Knochen im Arm. Eine OP kommt aber erst in Frage, wenn Dianow wieder etwas zugenommen hat und zu Kräften gekommen ist. Laut seiner Schwester Alona ist er zwar geschwächt, mental aber sehr stark. «Er ist extrem glücklich, zurück zu sein. Er sagt: ‹Ich kann gehen und ich kann frische Luft atmen›», sagte sie gegenüber der ukrainischen «Pravda».

Um diese nun richtig zu behandeln, richtete Dianows Familie eine Spendenplattform für den 42-Jährigen ein, um seine Verletzungen behandeln zu lassen. Offenbar mit durchschlagendem Erfolg: Wie auf sozialen Medien berichtet wird, kamen innerhalb von 24 Stunden insgesamt fast sieben Millionen Hrywnja zusammen, was rund 194.000 Euro entspricht – angepeilt worden waren 1,5 Millionen (rund 41.600 Euro).

(trx)

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