Krieg in Syrien – Assads Löwinnen rüsten sich für den Kampf
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Krieg in SyrienAssads Löwinnen rüsten sich für den Kampf

Die Soldaten rennen Syriens Präsident Baschar al-Assad in Scharen davon. Jetzt hat der Diktator eine Frauen-Miliz ins Leben gerufen.

Syriens Präsident Baschar al-Assad hat ein Problem. Immer mehr junge Männer im Wehrdienstalter schließen sich den Rebellen an oder fliehen ins Ausland. Auch die Fluchtbewegung in der Armee bleibt ungebremst. Gleich scharenweise laufen dem Diktator die Soldaten davon. «Wir haben zwei Möglichkeiten: Entweder wir bleiben und töten andere Syrer. Oder wir desertieren und fliehen vor den Militärgerichten», zitiert die Nachrichtenagentur Reuters einen Soldaten. Selbst während eines Militäreinsatzes desertierte am Wochenende ein Luftwaffenpilot. Zunächst hatte er den Befehl verweigert, Unruheregionen im Großraum Damaskus zu bombardieren, dann soll er Regierungstruppen attackiert haben.

Auch der Versuch der Regierung, Reservisten zu rekrutieren, zeigte sich als schwieriges Unterfangen. Viele der Männer, die ihren zweijährigen Armeedienst bereits geleistet hatten, weigerten sich, erneut aktiv in den Dienst zu treten. Laut Schätzungen eines Offiziers, hätten sich höchstens die Hälfte der Einberufenen bei Assads Streitkräften gemeldet.

Um Baschar al-Assads Herrschaft doch noch irgendwie zu retten, müssen nun die Frauen ran. Eine neu gegründete Frauen-Miliz soll zum PR-Erfolg für das syrische Regime werden. Wie «Spiegel Online» schreibt, zirkuliert auf YouTube ein Video, das die «Löwinnen» beim Marschieren zeigt. Es soll ursprünglich von einer regimenahen Facebook-Seite verbreitet worden sein.

Im Gleichschritt für Assad

Während Trommelwirbel aufbrausen, stehen Assads neue Kämpferinnen in Reih und Glied und marschieren dann im Gleichschritt ihre Runden. Die Haare streng zusammengebunden, die Hände vor den Bauch gelegt, befolgen die Frauen in Kampfanzügen die Befehle ihrer Vorgesetzten. Ein Training, das sie auf spätere Einsätze im Kampf gegen die Rebellen vorbereiten soll.

Syriens Machthaber Assad will seine neu geschaffene paramilitärische Frauentruppe vor allem in der Provinz Homs einsetzen. Dort haben sie laut «Spiegel Online» an manchen Straßensperren die Männer bereits ersetzt. Checkpoints, die mittlerweile das ganze Land durchziehen, spielen in Syrien eine immer wichtigere Rolle. Sie sollen verhindern, dass die Rebellen noch weiter in die vom Regime kontrollierten Regionen eindringen können.

«Nationale Verteidigungskräfte»

Dass Frauen in der syrischen Armee ihren Dienst verrichten, ist nicht neu. Schon seit längerem gibt es bei den Sicherheitskräften Frauen. Neu ist aber, dass die «Löwinnen»-Miliz gleich auch zu den frisch gebildeten «Nationalen Verteidigungskräften» gehört. Damit will Assad ein Zeichen setzen: Jeder, der bereit ist, sein Land zu verteidigen, erhält vom Regime ein Gewehr.

Dass Assads neue Frauen-Truppe «Löwinnen» heißt, ist übrigens kein Zufall. Es ist eine Anspielung auf den Namen des syrischen Herrschers, denn al-Assad heißt auf arabisch der Löwe.

(L'essentiel Online/bee)

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