Nahost-Konflikt – Asselborn richtet scharfe Worte gegen Israel

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Nahost-KonfliktAsselborn richtet scharfe Worte gegen Israel

LUXEMBURG/GAZA - Außenminister Jean Asselborn hält die israelischen Bombardements im Gazastreifen für ein Verbrechen. In Jerusalem müsse ein radikales Umdenken einsetzen.

Außenminister Asselborn nennt die israelischen Angriffe auf Gaza ein Verbrechen.

Außenminister Asselborn nennt die israelischen Angriffe auf Gaza ein Verbrechen.

AFP

«Abstoßend, unerträglich, unmenschlich» - Außenminister Jean Asselborn hat am Montagmorgen scharfe Kritik am Vorgehen Israels im Gazastreifen geäußert. Die wiederholten Bombardierungen von UNO-Schulen seien ein «Verbrechen», sagte der Luxemburgische Außenminister gegenüber dem Deutschlandfunk. «Gaza war bis vor einigen Tagen ein Gefängnis und nun wird es zum Friedhof», so Asselborn.

Der Luxemburger fordert von Europa einen deutlicheren Aufschrei gegen die gewaltsamen Vorgänge im Nahen Osten. «Israel hat das Recht, sich gegen Raketenangriffe aus Gaza zu schützen und militärisch dagegen vorzugehen. Aber das Recht, dabei Zivilisten aus einer Pufferzone zu vertreiben, sie dann zu bombardieren, wenn sie in UNO-Schulen sind, das ist ein Verbrechen. Ich kenne kein anderes Wort dafür.» Asselborn fordert die israelische Regierung zu einem radikalen Umdenken auf. Ohne einen eigenen palästinensischen Staat würde es keinen Frieden geben. «Die Palästinenser müssen auch eine Chance bekommen zu existieren, nicht zu vegetieren.»

Asselborn sprach sich auch für den Vorschlag des deutschen Außenministers Frank-Walter Steinmeier aus, den Grenzübergang Rafah vom Gazastreifen nach Ägypten unter strenger internationaler Überwachung wieder zu öffnen. Damit könnten mögliche Waffenlieferungen an die Hamas unterbunden werden. Geschehen soll dies im Rahmen der reaktivierten EU-Grenzschutzmission EUBAM.

(jt/L'essentiel)

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