Neues Gutachten – Attentäter Breivik ist geistig gesund

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Neues GutachtenAttentäter Breivik ist geistig gesund

Der norwegische Attentäter Anders Behring Breivik ist laut Gutachter zurechnungsfähig. Der Prozess gegen Breivik soll am 16. April beginnen.

Ein neues psychologisches Gutachten hält den norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik jetzt doch für zurechnungsfähig. Breivik sei geistig gesund, heißt es in der Untersuchung, die am Dienstag vor Gericht vorgelegt wurde.

In einem eigens eingerichteten Raum im Gefängnis ist Breivik für das neue psychiatrische Gutachten rund um die Uhr beobachtet worden. Die Beobachtung dauerte knapp vier Wochen. Die Ärzte arbeiteten dabei im Schichtdienst, Gefängniswärter standen für Notfälle bereit. Breivik werde aus Sicherheitsgründen nicht in einer psychiatrischen Klinik, wie ursprünglich geplant, sondern in der Haftanstalt von Ärzten untersucht.

Paranoide Schizophrenie

In einem ersten Gutachten war bei Breivik eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert worden. Der Befund wurde von anderen Experten jedoch in Zweifel gezogen. Breivik hat den Doppelanschlag von Oslo und Utoya mit 77 Toten im Juli vergangenen Jahres eingeräumt, hält sich jedoch nicht im juristischen Sinne für schuldig.

Breivik hatte auf das erste Gutachten erzürnt reagiert und seine Psychiater in einem Brief an norwegische Medien der Lüge bezichtigt. Die Psychiater, die ihn im Gefängnis begutachtet hatten, hätten 80 Prozent ihrer Aussagen über ihn erfunden, hieß es in dem Schreiben, aus dem die norwegische Zeitung «VG» Teile veröffentlicht hatte.

Breivik hält sich für zurechnungsfähig

Wie Breiviks Anwalt, Geir Lippestad, in einem Interview gegenüber dem ZDF am Dienstag erklärte, «ist der Angeklagte überzeugt, dass er zurechnungsfähig ist. Er hofft, dass die neuen Sachverständigen zum Schluss kommen, dass er für seine Taten zur Rechenschaft gezogen werden kann.»

Es sei sehr schwer, Breivik zu beschreiben, erklärte der Anwalt. Dass er nach dem Verlesen der Anklageschrift verlangt habe, den Medien zu kommunizieren, dass er «nichts bereue», erzähle sehr viel über ihn, findet Anwalt Lippestad.

Breivik glaube, so der Anwalt weiter, dass «sich Europa in einer Art Krieg befindet, einem Krieg zwischen dem muslimischen und dem christlichen Europa». Er glaube, dass das Opfer, das in Norwegen gebracht wurde – der Anschlag in Oslo und das Massaker von Utoya – ein Anfang sei, «um Europa von der muslimischen Herrschaft zu befreien».

Terrorakt und vorsätzliche Tötung

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 33-jährigen Norweger «Terrorakte» und «vorsätzliche Tötung» vor. In der 19 Seiten langen Anklageschrift heißt es, dass der Rechtsextremist «extrem schwere Verbrechen begangen hat in einem Ausmaß, das unser Land in modernen Zeiten noch nicht erlebt hat».

Die Anklagepunkte könnten auf eine Verurteilung zu 21 Jahren Gefängnis hinauslaufen, die Höchststrafe in Norwegen. Daran anschließend könnte eine «Verwahrung» angeordnet werden, die bei fortgesetzter Einstufung des Inhaftierten als gefährlich immer wieder verlängert werden kann.

(L'essentiel Online/uwb/sda)

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