Anschlag – Attentäter töten Grundschüler

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AnschlagAttentäter töten Grundschüler

Attentäter im Irak griffen unter anderem eine Grundschule und ein Polizeirevier im Norden an. Unter den Opfern sind viele Kinder.

Bei Anschlägen im Irak sind am Wochenende mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Nach 75 Toten am Samstag wurde das Land am Sonntag von weiteren Attentaten erschüttert. Allein bei einem Doppelanschlag auf eine Grundschule und ein Polizeirevier im Norden des Iraks kamen mindestens 15 Menschen ums Leben, darunter viele Kinder.

Die Bombenanschläge in der nördlichen Ortschaft Kabak ereigneten sich am Sonntagmorgen gegen 9.30 Uhr (Ortszeit). Ein Attentat habe einer Grundschule gegolten, das andere einer Polizeidienststelle in der Nähe, teilte der Bürgermeister der nahe gelegenen Stadt Tal Afar, Abdul Aal al-Obeidi, mit. Unter den Opfern befänden sich zwölf Kinder, der Schuldirektor sowie zwei Polizisten. 90 weitere Menschen wurden den Angaben zufolge verletzt. Das eingeschossige Schulgebäude sei durch die Explosion teilweise zusammengestürzt, sagte al-Obeidi.

Mindestens zwölf weitere Menschen starben laut Polizei- und Krankenhausangaben am Sonntag, als sich ein Selbstmordattentäter in der Hauptstadt Bagdad unter schiitischen Pilgern in die Luft sprengte. Bei einem weiteren Anschlag am Abend in Bagdad kamen sechs Menschen ums Leben.

4500 Tote seit April

Bereits am Samstag waren bei einem Anschlag auf Schiiten in der Bagdader Gegend Asamija 51 Menschen getötet worden. Landesweit kamen bei Anschlägen am Samstag 75 Menschen ums Leben. Unter anderem wurden in der nordirakischen Stadt Mossul zwei Fernsehjournalisten bei der Arbeit erschossen - warum, blieb laut Polizei zunächst unklar.

Die Anschläge sind Teil der schlimmsten Gewaltwelle im Irak seit fünf Jahren. Seit April sind rund 4500 Menschen ums Leben gekommen. Der UN-Gesandte im Irak, Nikolai Mladenow, rief politische, religiöse und zivile Führer des Landes auf, zusammenzuarbeiten, um die Anschläge zu stoppen. «Es ist ihrer Aufgabe sicherzustellen, dass Pilger ihre religiösen Pflichten erfüllen können, dass Schulkinder in ihre Klassen gehen, dass Journalisten ihre Arbeit tun und dass normale Bürger ein normales Leben in einer Welt ohne Angst und Gewalt führen können.»

Wer hinter den Anschlägen steckte, war zunächst unklar. Allerdings ist der irakische Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida für Selbstmord- und Autobombenanschläge bekannt. Die Gruppe verübt häufig Attentate auf schiitische Zivilisten, um die von Schiiten geführte Regierung zu schwächen.

(L'essentiel Online/sda)

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