Luxleaks – Auch die Holländer helfen beim Steuernsparen

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LuxleaksAuch die Holländer helfen beim Steuernsparen

LUXEMBURG/AMSTERDAM - US-Großkonzerne sparen nicht nur in Luxemburg: Die Hälfte der «Fortune 500» haben eine Kapitalgesellschaft in den Niederlanden.

Mächtige Männer in Europa: Der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem (links) ist der Chef der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker (Luxemburg, Mitte) ist Kommissionschef, Frans Timmermans (Niederlande, rechts) sein Stellvertreter.

Mächtige Männer in Europa: Der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem (links) ist der Chef der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker (Luxemburg, Mitte) ist Kommissionschef, Frans Timmermans (Niederlande, rechts) sein Stellvertreter.

Sie heißen Apple, Microsoft, Coca Cola, McDonald’s oder Walt Disney und haben alle zwei Dinge gemeinsam: Sie gehören zu den «Fortune 500», also den größten und mächtigsten Firmen der USA – und sie haben eine lukrative Tochtergesellschaft in Luxemburg. Jedes dritte der 500 Super-Unternehmen hat eine Filiale im Großherzogtum. Im Jahr 2010 haben diese Kapitalgesellschaften im Großherzogtum insgesamt 55 Milliarden Dollar Gewinn gemacht. Das berichtet die amerikanische Organisation Citizens for Tax Justice. 55 Millionen Dollar - das ist mehr als das Bruttoinlandsprodukt von Luxemburg in jenem Jahr (53 Millionen Dollar).

Nur in den Niederlanden residieren noch mehr amerikanische Briefkastenfirmen: Kapp die Hälfte der «Fortune 500» haben dort eine Finanzholding. Sie haben 2010 in den Niederlanden einen Gewinn von 127 Milliarden Dollar gemacht. Wie in Luxemburg bedienen sich die Konzerne auch in dem Land an der Nordsee der sogenannten «Tax Rulings», geheimen Steuer-Sonderabkommen mit dem Staat.

Und es gibt noch eine weitere Gemeinsamkeit zwischen den Niederlanden und Luxemburg: (Ehemalige) Politiker aus beiden Ländern sitzen jetzt an den Schalthebeln der Macht in Europa: Jean-Claude Juncker war luxemburgischer Finanzminister und Regierungschef, bevor er Kommissionspräsident wurde. Seine «rechte Hand» Frans Timmermans war niederländischer Außenminister und ist jetzt bei der Kommission für «Rechtstaatlichkeit und interinstitutionelle Beziehungen» zuständig. Und der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem ist derzeit Präsident der Euro-Gruppe - dem Gremium also, dass die Steuer- und Wirtschaftspolitik in der Eurozone kontrolliert.

(Tobias Senzig/L'essentiel)

Diese US-Konzerne haben Tochterfirmen in Luxemburg (Auswahl)

Mircosoft, Apple, General Electric, Pfizer; Merck, IBM, Exxon, Procter & Gamble, HP, Pepsi, Coca Cola, Cisco, Johnson & Johnson, J.P. Morgan Chase, United Technologies, Abbott Labs, Bristol-Myers Squibb, Medtronic, Dell, Apache, Bank of America, Caterpilar, Dow Chemical, McDonald’s, DuPont, Ebay, Honeywell, Corning, Mondelez, Kimberly-Clark, 3M,American Express, Berkshire Hathaway, Praxair, Illinois Tool Works, Gilead Sciences, Liberty Global, Xerox, Emerson Electric, Stryker, Texas Instruments, Morgan Stanley, Franklin Resources, Celgene, Agilent Technologies, Halliburton, Thermo Fisher Scientific, Baker Hughes, Alcoa, Marsh & McLennan, International Paper, Western Union, Cognizant Technology Solutions, Cameron International, Stanley Black & Decker, Becton Dickinson, Deere, CBS, PPG Industries, Allergan, Biogen Idec, Goodyear, St. Jude Medical, State Steet, Valero Energy, Whirlpool, TRW Automotive Holdings, Monsanto, Starwood Hotels & Resorts, ConocoPhilips, Celanese, BlackRock, Computer Science, Arrow Electronics, General Mills, Mosaic Wlat Disney

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