Claude Meisch – «Auch die Lehrer müssen einen Beitrag leisten»

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Claude Meisch«Auch die Lehrer müssen einen Beitrag leisten»

LUXEMBURG – Die Regierung lässt sich von den Boykottankündigungen der Lehrer nicht beeindrucken. «Wir werden das so umsetzen», erklärt Bildungsminister Meisch.

Nach den Grundschullehrern protestieren jetzt auch die Sekundarlehrer gegen die Sparpläne der Regierung. Sie drohen, die Examen zu boykottieren.

Nach den Grundschullehrern protestieren jetzt auch die Sekundarlehrer gegen die Sparpläne der Regierung. Sie drohen, die Examen zu boykottieren.

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Nach den Grundschullehrern wollen jetzt auch die Sekundarlehrer auf die Barrikaden gehen: Die Lehrergewerkschaft Féduse bezeichnet die Sparpläne der Regierung als Affront. Diese sehen vor, dass die Lehrer, die während der achtwöchigen Examenszeit keinen Unterricht halten, für diese Zeit nicht bezahlt werden. Die Lehrer planen, aus Protest die Examenskommissionen zu boykottieren. Sie meinen: Bei den Abschlussklassen falle viel Arbeit an. Müssen Schüler nun befürchten, dass ihr Examen ausfällt?

Bildungsminister Claude Meisch (DP) appelliert an das Gewissen der Lehrkräfte: «Ich gehe davon aus, dass wir verantwortungsbewusste Lehrer haben, die sich nicht provozieren lassen und das auf den Rücken der Schüler austragen», sagt er im Gespräch mit L’essentiel. Einen Notfallplan für einen tatsächlichen Boykott gebe es deshalb nicht.

Lehrer bekommen weniger Geld

Diese Maßnahmen seien im Vorfeld mit den Lehrerverbänden diskutiert worden, sagt Meisch: «Wir denken, dass Stunden, die nicht gearbeitet werden, auch nicht bezahlt werden sollten.» Die Regierung plant stattdessen, die Leistungen besser zu entlohnen, die tatsächlich erbracht würden – zum Beispiel die Vorbereitung auf die mündliche Prüfung. «Die Logik ist, dass wir die Arbeit bezahlen, die auch gemacht wird. Dann haben wir eine gerechte Situation», sagt der Minister. «Nur zum Boykott aufrufen, damit der Minister die Schatulle aufmacht - das kann ja auch nicht gehen.»

Trotzdem bekommen die Lehrer am Ende weniger Geld. Das weiß auch Meisch: «Auch die Lehrer tragen ihren Beitrag zum Sanierungspaket.» Von den Sparplänen abrücken will die Regierung nicht: «Wir haben das angekündigt und werden das auch so umsetzen», erklärt der Bildungsminister. «Die Last muss auf alle verteilt werden. Jeder muss an der Sanierung teilhaben.»

(Tobias Senzig/L'essentiel)

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