Panama Papers – Auch Fifa-Boss Infantino involviert?

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Panama PapersAuch Fifa-Boss Infantino involviert?

Durch die Enthüllungen rund um die Panama Papers gerät einem Zeitungsbericht zufolge auch Fifa-Chef Gianni Infantino in Erklärungsnot.

Die Unterschrift des neuen Fifa-Präsidenten Gianni Infantino ist im Rahmen der Panama Papers unter einem fraglichen Deal aufgetaucht, der aus seiner Zeit beim Europa-Verband Uefa stammt. Infantino hat als Direktor der Uefa-Rechtsabteilung einen Vertrag mit der mittlerweile berüchtigten Briefkastenfirma Cross Trading von Hugo Jinkins unterzeichnet, der heute mit seinem Sohn Mariano bis zum Hals im Fifa-Skandal steckt.

Wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, kauften die Jinkins von der Uefa von 2006 bis 2009 die TV-Rechte an der Champions League für Ecuador und verkauften sie dann fast dreimal teurer mit einem Gewinn von 300.000 Dollar ans ecuadorianische Fernsehen weiter. Unter einem dieser Verträge fand sich nun Infantinos Unterschrift.

Das Abstreiten ist zu Ende

Die Fifa stellte sich lange auf den Standpunkt, dass Infantino «keiner seiner Funktionen bei der Uefa persönlich mit einer der unten genannten Personen oder Organisationen geschäftlich oder wissentlich anderwärtig zu tun gehabt.» Auch die Uefa leugnete die Verbindung zunächst.

Konkret auf den von Infantino unterzeichneten Vertrag angesprochen, sagte die Fifa-Sprecherin heute: Die Antwort von Gianni Infantino habe sich auf Informationen der Uefa abgestützt. Dies alles sei eine Uefa-Angelegenheit, Infantino äussere sich nicht dazu.

«Bin bestürzt»

Der Europäische Fußballverband erklärt jetzt, eine Zusammenarbeit mit Hugo und Mariano Jinkis habe er in der ersten Anfrage verneint, weil er Tausende Verträge habe. Es brauche Zeit, diese zu sichten. Zudem hätten die Jinkis damals, als die Verträge abgeschlossen wurden, nicht unter Verdacht gestanden. Die Uefa habe keine Hinweise auf unredliche Geschäfte gehabt.

Am Abend nimmt Infantino in einer Mitteilung Stellung zu den Meldungen: «Ich bin bestürzt und werde nicht akzeptieren, dass meine Integrität von bestimmten Medien angezweifelt wird, zumal die UEFA bereits ausführlich alle Fakten in Bezug auf diese Verträge offengelegt hat.» Infantino bekräftigte erneut, er habe «persönlich weder mit Cross Trading noch ihren Eigentümern zu tun» gehabt.

Ein weltweites Netzwerk von Journalisten hatte in den vergangenen Monaten einen umfangreichen Datensatz über Briefkastenfirmen ausgewertet, die über die in Panama-Stadt ansässige Finanzkanzlei Mossack Fonseca laufen. Die Enthüllungen riefen weltweit Steuerfahnder auf den Plan.

(L'essentiel/mch )

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