Unterwäsche-Trend: Auch Frauen tragen jetzt Boxerslips

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Unterwäsche-TrendAuch Frauen tragen jetzt Boxerslips

Zarte Spitzenunterwäsche darf sich eine Pause gönnen. Jetzt greifen Frauen zu Boxerbriefs.

von
Johanna Senn
Boxerslips sind nicht nur stylisch, sondern auch super bequem.

Boxerslips sind nicht nur stylisch, sondern auch super bequem.

Instagram/leonessalingerie

Boxershorts im Alltag – diesen Trend haben Influencer und Modefans schon im Sommer für sich entdeckt. Unterhosen wie aus der Männerabteilung schleichen sich jetzt nicht nur ins Outfit, sondern auch darunter. Boxerbriefs, auch Boxerslips genannt, sind bei Frauen gerade das Hösli der Stunde.

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Kim feiert Höschen mit Eingriff

Schon seit dem Launch von Kim Kardashians Lingerie- und Bademodemarke Skims ziert eine aufgestickte Naht links und rechts von den Leisten auch die Höschen für Frauen. Die Naht erweckt die Illusion eines Eingriffs – also die Öffnung in der Mitte der Unterhose, wo Männern sonst bequem ihr Geschlechtsteil zum Pinkeln hervorholen können. 

Statt glänzendem Satin und zarter Spitze ist Kardashians Lingerie schlicht und minimalistisch. Bei den Schnitten bedient sich die Marke gerne an Modellen, die an Unterhosen aus der Herrenabteilung erinnern.

Kim Kardashian ist nicht die einzige, die sich bei Frauenslips vom männlichen Kleiderschrank inspirieren lässt. Auch Ashley Graham enthüllt in ihrer Kollaboration mit dem kanadischen Unterwäschehersteller Knix statt eines zarten Spitzenhöschens eine schlichte Boxershorts. 

Kommen Unterhosen vom Gender-Label weg?

Trotz der neuen Boxerslips-Styles wird das Spitzenhöschen wohl so schnell nicht von der Bildfläche verschwinden. Doch die Entwürfe von Skims & Co. deuten darauf hin, dass sich nicht nur die sichtbare Mode für darüber, sondern auch die Kleidung für darunter immer mehr von traditionellen Geschlechts-Labels verabschiedet. 

Dabei wurden diese Arten von Unterhosen keineswegs von Kardashian & Co. erfunden. Marken wie Play Out Apparel zeigen schon seit der Gründung im Jahr 2013 Unterwäsche, die sich völlig von Gendernormen gelöst hat.

Im Onlineshop des New Yorker Labels gibt es weder eine Frauen- noch eine Männerabteilung. Abby Sugar hat Play Out Apparel gegründet und ist non-binär. «Für uns geht es bei der Vision von Play Out Apparel um Inklusivität und darum, zu erweitern, was ein Produkt sei und von wem es getragen werden kann», sagt Abby Sugar zur «New York Times».

Sugar sieht die Zukunft der Bekleidungsbranche in Kleidung, die weder spezifisch für Männer noch für Frauen ist, sondern einfach nur Kleidung – ganz befreit von Labels. «Doch Geschlechtertrennung verkauft sich halt besser», so Sugar zur «New York Times».

Komfort auch für Frauen

Die neuen Unterhosen-Schnitte von Skims & Co. versprechen Komfort. Denn seien wir ehrlich, knappe Spitzenhöschen gehören nicht gerade zur bequemsten Art von Unterwäsche. Laut dem britischen Einzelhändler M&S haben Frauen schon im Jahr 2014 häufig Unterwäsche in der Männerabteilung gekauft. Die Hälfte aller Männerunterhosen sollen dabei im Einkaufskorb von Frauen gelandet sein.

Bequeme Unterwäsche ist also allen ein Bedürfnis. Mit Slips, die ganz ohne Spitze und Tüll auskommen, bietet die Mode jetzt auch der breiten Masse die passende Lösung. 

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