Luftfahrt in der Krise – Auch Luxair fliegt fast leer für Slots an Drehkreuzen
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Luftfahrt in der KriseAuch Luxair fliegt fast leer für Slots an Drehkreuzen

LUXEMBURG – Damit Airlines an den großen Drehkreuzen ihre Landeslots behalten, muss mindestens die Hälfte der Landungen durchgeführt werden. Auch wenn der Flieger leer ist.

Auch die Luxair fliegt derzeit leer oder fast leer durch Europa, um Landerechte nicht an die Konkurrenz zu verlieren.

Auch die Luxair fliegt derzeit leer oder fast leer durch Europa, um Landerechte nicht an die Konkurrenz zu verlieren.

DPA/Robert Spirinelli

Gigantische Flughafen-Drehkreuze wie Frankfurt, London-Heathrow oder Paris Charles de Gaulle sind normalerweise chronisch überlastet. Mithilfe von festen Landeslots können die Flugbewegungen zu einem Flugplan durchgetaktet werden. So schaffte es der Frankfurter Flughafen beispielsweise durchschnittlich auf über 1400 tägliche Flugbewegungen (Starts & Landungen) im Jahr 2019. Das war vor der Corona-Pandemie. Im Sommer 2021 sind davon zur absoluten Hauptreisezeit lediglich noch durchschnittlich 711 Flüge pro Tag übrig. Trotzdem legen EU-Vorschriften vor, dass die Landeslots mindestens zu 50 Prozent (vor der Krise sogar 80 Prozent) genutzt werden müssen, sonst verfallen sie. Entsprechend fliegen jeden Tag leere Flugzeuge über Europa.

Für einen kleineren Flughafen wie den Findel spielt das Jonglieren mit Landeslots eine eher untergeordnete Rolle. Selbst im Rekordjahr 2019 starteten und landeten «nur» durchschnittlich 260 Flüge pro Tag am lux-Airport. Die Fluggesellschaft Luxair hat dennoch mit dem Problem zu kämpfen, wie die Luxembourg Times herausgefunden hat, bedient sie doch auch die großen Drehkreuze wie Frankfurt oder Charles de Gaulle.

Auch wenn die luxemburgische Airline keine genauen Angaben zu der Anzahl oder dem Verlust durch derartige Leerflüge macht, bestätigt sie die Praxis: «Die Fluggesellschaften sehen sich gezwungen, leer oder fast leer zu fliegen, um nicht gegen die europäische Verordnung zu verstoßen», wird ein Luxair-Sprecher beim Luxemburger Wort zitiert. Mehrere Airlines haben bei der EU-Kommission bereits Beschwerde gegen das Verfahren eingelegt. Alleine der Lufthansa-Konzern führe derzeit rund 100 «kommerziell unnötige, kaum besetzte Flüge» durch, so der Artikel.

(L'essentiel)

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