Offizielle Anrede – Auch Luxemburg schafft Mademoiselle ab

Publiziert

Offizielle AnredeAuch Luxemburg schafft Mademoiselle ab

LUXEMBURG – Nach Frankreich soll auch in Luxemburg die Anrede «Mademoiselle» nach und nach verschwinden. Bei den Behörden taucht sie nicht mehr auf.

Mit diesen Flyern hatten Feministinnen in Frankreich gegen die Verwendung der Anrede «Mademoiselle» gekämpft.

Mit diesen Flyern hatten Feministinnen in Frankreich gegen die Verwendung der Anrede «Mademoiselle» gekämpft.

Ist es diskriminierend eine Frau als «Mademoiselle» zu bezeichnen? Ja, meint nach der französischen nun auch die luxemburgische Regierung. In offiziellen Dokumenten wird daher künftig auf die Anrede «Mademoiselle» verzichtet, wie aus einer Antwort der Ministerinnen für Chancengleichheit, Françoise Hetto-Gaasch, und für Behördenreformen, Octavie Modert, hervorgeht. Die grüne Abgeordnete Viviane Loschetter hatte in einer parlamentarischen Anfrage Ende Februar die Frage gestellt, ob die Verwendung der Anrede «Mademoiselle» bei Behördenangelegenheiten nicht einen Eingriff in die Privatsphäre von Frauen bedeute.

Die Entscheidung haben die Minister bereits Anfang März getroffen. Bis sich die neue Handhabung in allen Behörden durchgesetzt habe, könne es allerdings noch ein bisschen dauern.

Das Problem mit dem Mädchennamen

Bei den Behörden werden Frauen weiterhin unter ihrem ursprünglichen Namen gespeichert. Schwieriger als der Verzicht auch eine Anrede ist daher die Handhabung des Mädchennamens bei verheirateten Frauen sowie der Verzicht auf die Nennung des Namens des Ehegatten.

In einigen Fällen bestünden die Frauen darauf, heißt es weiter. Zudem bereiteten nach Erfahrungen der Post einige Briefkästen Probleme, auf denen nur der Name des Mannes, nicht aber der Frau erscheint. Die Briefe könnten dann häufig nicht zugestellt werden.

(sb/L'essentiel Online)

Deine Meinung