Audi – Audi muss in die Elektro-Offensive
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AudiAudi muss in die Elektro-Offensive

Mit 20 rein elektrisch angetriebenen Modellen bis 2025 will Audi den beinahe verpassten Anschluss bei der Elektrifizierung wett machen.

Bram Schot, Vorstandsvorsitzender bei Audi: «Die Zukunft ist elektrisch. Bis 2025 bringen wir 30 elektrifiziert Modelle auf den Markt, davon zwanzig reine E-Modelle.»

Bram Schot, Vorstandsvorsitzender bei Audi: «Die Zukunft ist elektrisch. Bis 2025 bringen wir 30 elektrifiziert Modelle auf den Markt, davon zwanzig reine E-Modelle.»

Audi

Einen Ausblick auf die nahe Elektro-Zukunft gewährte Audi unlängst an einem Technik-Workshop in München. Dort wurden neben dem e-tron gleich drei seriennahe Stromer gezeigt. Auf der von Audi entwickelten und mit Porsche zur Serienreife gebrachten PPE-Plattform (steht für Premium Plattform Electric) rollt Audi noch vor Ende 2020 den e-tron GT auf die Straße. Der coupéhafte Viertürer besticht mit gefälliger Optik und viel Power: 800 Volt Systemspannung, 590 PS, Allradantrieb und -lenkung sind einige Eckdaten, welche diese Spielart des Porsche Taycans wohl zum Prestigeobjekt mit niedrigen Stückzahlen zu hohen Preisen macht.

Weitaus massentauglicher soll dagegen der Q4 e-tron sein, welcher 2021 als Elektro-SUV in Serie geht. Auf der MEB-Plattform (steht für Modularer Elektrifizierungs-Baukasten) aus dem VW-Konzern aufbauend – die übrigens auch als Basis für Limousinen und sportliche SUV dienen soll –, verfügt er über die gleiche Technik wie der VW ID.3 und alle zukünftigen Stromer von Skoda und Seat. Dank seinem platzsparenden E-Antrieb wird der Q4 e-tron laut Audi auf rund 4,70 Metern Länge die Außenmasse des kleinen Q3 und mindestens gleich viel Platz wie der größere Q5 bieten. Ein Novum bei der Quattro-Marke: In Serie gibt es den Q4 e-tron nur mit Heckantrieb, Allrad wird nur gegen Aufpreis angeboten.

Kürzeste Ladezeiten für Reichweiten über 500 Kilometern

Besonders stolz sind die Audi-Ingenieure aber auf ihre im Sportback-Layout gezeigte Studie, die ebenfalls auf der PPE-Plattform aufbaut. Auf ihr sollen zukünftig Audi e-trons in der Ober- und Luxusklasse vom Band rollen und mit der Systemleistung von 800 Volt kürzeste Ladezeiten und Reichweiten von über 500 Kilometern bieten. Erste solche Serienfahrzeuge stellt Audi für Anfang des neuen Jahrzehnts in Aussicht. Bis die vorgestellten E-Studien tatsächlich im Verkauf sind, steht Audi mit gleich vier neuen Plug-in-Hybridmodellen in den Startlöchern. Sie sollen in den kommenden Monaten die Zeit überbrücken, bis der Rückstand in der E-Technik wieder aufgeholt ist.

Interview mit Josef Schön, Audi-Unternehmensstrategie Nachhaltigkeit

«Elektromobilität steht erst am Anfang der Entwicklung»

Josef Schön, ist Elektromobilität die zukünftig nachhaltigste Mobilität?

«Aus heutiger Sicht ja, weil es derzeit die effizienteste Methode ist, erneuerbare Energien im Bereich der Automobilität nutzbar zu machen. Wichtig ist es nun, bei den Kunden die Akzeptanz und das Vertrauen für die e-Mobilität aufzubauen. Verglichen mit den Verbrennertechnologien steht Elektromobilität erst am Anfang der Entwicklung, sodass noch viele Optimierungserfolge zu erwarten sind. Wenn in Zukunft erneuerbare Energien in viel größerem Maßstab vorhanden sein werden, können weitere Technologien und Infrastrukturen sinnvoll werden.»

Welche Ziele verfolgt Audi in Sachen Nachhaltigkeit?

«Klimaneutralität für die individuelle Mobilität und natürlich weitere Nachhaltigkeitsaspekte wie Lärmemissionen oder Feinstaubreduzierung stehen derzeit an erster Stelle. Das klare Ziel unserer Produktion lautet: Bis 2025 sind alle Werke CO2-neutral. Audi rollt diese Strategie jetzt auf breiter Front aus. Was die CO2-neutrale Fertigung angeht, hat das Werk Brüssel die Vorreiterrolle inne – es arbeitet bereits seit dem Produktionsstart des Audi e-tron CO2-neutral. Als Instrumente dienen dort unter anderem die bereits 2012 erfolgte Umstellung auf grünen Strom oder die größte Photovoltaik-Anlage der Region. Insgesamt spart das Werk durch erneuerbare Energien bis zu 40 000 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr.»

Wie will Audi seine Nachhaltigkeits-Ziele und bis wann erreichen?

«Zu den Maßnahmen gehören eine umfassende Elektrifizierung der Modellpallette. Bis 2025 wollen wir unsere CO2-Emissionen im Vergleich zu 2015 um 30 Prozente verringern. Das heißt, wir müssen den CO2-Ausstoß über den gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge reduzieren. Bis 2050 streben wir dann die vollständige bilanzielle CO2-Neutralität an. Wichtig ist uns eine Maßnahmenhierarchie: zuerst und soweit wie möglich steht die Reduzierung und Vermeidung von CO2 an erster Stelle, danach folgt die Konvertierung weg von fossilen und hin zu erneuerbaren Energien. Und als Ultima Ratio erfolgen falls notwendig CO2-Kompensationsmaßnahmen.»

In welchen Bereichen sehen Sie die größten Chancen zur Zielerreichung?

«Wichtigster Hebel ist der Einsatz von erneuerbarem, elektrischem Strom aus Solar- und Windkraftanlagen in der Herstellung und vor allem im Betrieb der Fahrzeuge. Daher ist die Elektrifizierung unserer Flotte der Kern der Strategie und absolut erfolgsrelevant.»

(L'essentiel/tbo)

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