Pazifistischer Gamer – Auf Friedens-Mission in «GTA Online»

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Pazifistischer GamerAuf Friedens-Mission in «GTA Online»

Ein Gamer versucht seit Anfang des Jahres, «Grand Theft Auto Online» zu spielen, ohne dabei jemanden umzubringen – mit mäßigem Erfolg.

Muss man in «GTA» wirklich böse sein, oder kann man den Titel auch als friedliebender Online-Bürger durchspielen?

Muss man in «GTA» wirklich böse sein, oder kann man den Titel auch als friedliebender Online-Bürger durchspielen?

Rockstar Games

«GTA» und Gewalt gehen Hand in Hand. In jeder neuen Ausgabe der Hit-Serie von Rockstar Games begehen Spieler Verbrechen und verüben Gewaltdelikte. Das gehört zum Spielprinzip. Was aber, wenn man dieses Gewalt-Ethos ablehnt und versucht, «Grand Theft Auto» als friedliebender, sich um das Wohl anderer besorgter Bürger respektive Charakter zu spielen?

Jeremy Mattheis, der unter dem Pseudonym Goldvision einen Youtube-Kanal betreibt, versucht seit Januar dieses Jahres, «GTA Online» mit selbst auferlegten Regeln zu spielen. Dazu gehören: Keinen Mord verüben, niemanden verletzen und das Gesetz nur zur Selbstverteidigung oder wenn es das Game verlangt brechen. Worum es dem Youtuber in seiner «GTA»-Videoreihe geht, erklärt er im Einführungs-Film.

Wie sich im Laufe der ersten «GTA-Pazifisten»-Episoden herausstellte, ist die Aufgabe schwieriger als gedacht. Beispielsweise muss man bereits im Tutorial einem Drogenhändler ein Paket entwenden. Normalerweise wäre die Mission ziemlich einfach: Man bringt den Dealer um und nimmt sich, was man braucht. Der friedliebende Mattheis weigerte sich allerdings, so vorzugehen. Stattdessen verfolgte er den Dealer zwei Stunden lang in der Hoffnung, dass dieser sich irgendwann selbst umbringen würde. Fehlanzeige. Zu Mattheis‘ Bestürzung fuhr die Game-Figur kreuz und quer durch Los Santos (die Stadt im Game), ohne sich auch nur ein Haar zu krümmen.

Bisher besteht Jeremy Mattheis’ «GTA»-Pazifisten-Serie aus drei Episoden und es macht den Anschein, als ob das Game praktisch keine Möglichkeit bietet, dass Spieler den Titel ohne Blutvergießen beenden können.

Prekär gestaltet sich auch die finanzielle Situation im Game. Um an Geld zu gelangen, muss man ständig das Gesetz brechen. Will man das nicht, bleibt das Einkommen aus und man kann sich so gut wie nichts mehr leisten – nicht einmal einen neuen Haarschnitt.

Mattheis will mit seiner mehrteiligen «GTA»-Friedens-Mission aufzeigen, «dass es [auch in Games] möglich ist, zu überleben und friedlich mit anderen fühlenden Wesen zu koexistieren», wie der Youtuber gegenüber dem Online-Portal Vice erklärt.

Und auch wenn sein Unterfangen nicht allzu einfach umzusetzen ist und wahrscheinlich nicht gerade für Hochspannung beim Zocken sorgt, ist Jeremy Mattheis‘ Projekt eine neue, ungewöhnliche und gleichzeitig ziemlich unterhaltsame Art von Kulturkritik.

(L'essentiel/if)

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