In Luxemburg – Auf Luxemburger Dächern soll Gemüse wachsen

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In LuxemburgAuf Luxemburger Dächern soll Gemüse wachsen

LUXEMBURG – Die Regierung will Bürger und Fachleute ermutigen, in der Stadt Obst und Gemüse anzubauen, um die lokale Produktion zu steigern.

Carole Dieschbourg bei der Vorstellung des Projektes.

Carole Dieschbourg bei der Vorstellung des Projektes.

L'essentiel

«Ein großer Teil der luxemburgischen Bevölkerung (siehe Infobox) wünscht sich gesunde Nahrungsmittel, die in der Region hergestellt werden. Dieser Nachfrage wollen wir nachkommen», sagt Carole Dieschbourg. Die Umweltministerin präsentierte diesbezüglich am Donnerstag die nationale Strategie «Urbane Landwirtschaft Luxemburg».

Der Anbau von Getreide, Obst und Gemüse, aber auch die Zucht von Nutztieren soll in die Luxemburger Innenstädte zurückkehren. Die Erzeugnisse sollen darüber hinaus direkt von den Produzenten verkauft werden. Die Strategie der Regierung besteht darin, Bürger und Fachleute zu ermutigen, verschiedene Projekte in diesem Bereich zu entwickeln. Die Produktion solle sich nicht nur auf Bauernhöfe am Stadtrand konzentrieren, sondern auch in Innenhöfen, in Schrebergärten oder Gewächshäusern erfolgen.

«In Luxemburg haben viele Gebäude ein Flachdach», sagt Bruno Renders, Geschäftsführer des Conseil pour le développement économique de la construction (CDEC), der gemeinsam mit dem Ministerium die Strategie entwickelt hat. «Auch sie könnten im Rahmen des Projektes genutzt werden.»

Kein Nachteil für Wasserreserven

Um interessierten urbanen Farmern eine Hilfestellung zu geben, ist seit Donnerstag eine intelligente Karte auf geoportail.lu abrufbar. «Sie hilft dabei, nutzbare Gebiete in Luxemburg, Bettemburg-Düdelingen, Esch-Belval und Wiltz zu erkennen», erklärt Dieschbourg. Die Karte soll in Kürze für das gesamte Land erweitert werden.

«Heute deckt die luxemburgische Agrarproduktion nur noch drei Prozent des Obst- und Gemüseverbrauchs im Land», sagt Renders. Es gebe genügend Platz für eine professionelle Nischenproduktion, die die traditionelle Landwirtschaft ergänzt. Zumal die meisten importierten Früchte und Gemüse aus Frankreich und Belgien stammen, wo das Klima ähnlich ist.

Auf die Wasserreserven des Landes wirke sich die urbane Landwirtschaft nicht negativ aus. «Diese Art der Landwirtschaft benötigt weniger Wasser als die konventionelle. Auch hier kann Regenwasser zur Bewässerung genutzt werden», sagt Renders.

(Olivier Loyens/L'essentiel)

Luxemburger wollen Lebensmittel aus der Heimat

Laut einer Umfrage von TNS Ilres im Juni 2018 sind 71 Prozent der Luxemburger bereit, mehr für Lebensmittel aus der Region zu bezahlen. Darüber hinaus sind 86 Prozent der Ansicht, dass Luxemburg einen größeren Teil der Lebensmittel im eigenen Land produzieren sollte, auch wenn dies zu einer Preiserhöhung führe.

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