Steuerpaket – Auf wie viel Geld müssen Sie verzichten?

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SteuerpaketAuf wie viel Geld müssen Sie verzichten?

LUXEMBURG - Das Parlament stimmt am Nachmittag über das Steuer-Sparpaket der Regierung ab. «L’essentiel online» zeigt, was sich für Sie ändert.

Arbeitnehmer haben ab 1. Januar weniger Geld im Portemonnaie.

Arbeitnehmer haben ab 1. Januar weniger Geld im Portemonnaie.

dpa

Neben einigen Maßnahmen, die Unternehmen betreffen, wird das Sparpaket auch Auswirkungen auf Arbeitnehmer haben:

- Die Solidaritätssteuer steigt von 2,5 auf 4 Prozent. Ab einem versteuerbaren Einkommen von 150 000 Euro (Steuerklasse 1 und 1a) bzw. 300 000 Euro (Steuerklasse 2) liegt der Steuersatz bei 6 Prozent. Diese Maßnahme bringt dem Staat 43 Millionen Euro an zusätzlichen Einnahmen. Der Beitrag fließt in den Beschäftigungsfonds, aus dem unter anderem die Wiedereingliederung von Arbeitslosen gefördert wird.

- Im Jahr 2011 erhebt der Staat auf Einkommen ab dem Mindestlohn eine Krisensteuer, die bei 0,8 Prozent liegt. Ob sie auch noch 2012 erhoben wird, wird sich erst im Lauf des nächsten Jahres rausstellen. Je nach wirtschaftlicher Lage will der Staat darauf verzichten. Die Krisensteuer soll 2011 rund 73 Millionen Euro einbringen.

Höchststeuersatz steigt

- Spitzensteuersatz: Er steigt von aktuell 38 auf 39 Prozent. Er wird auf Gehälter ab 41 793 Euro (Steuerklasse 1) bzw. 83 586 Euro (Steuerklasse 2) angewendet. Der Staat wird dadurch 40 Millionen Euro an zusätzlichen Einnahmen verzeichnen können.

- Abfindungen sind nur noch bis zu einem Betrag von 300 000 Euro steuerlich absetzbar.

Das Finanzministerium hat berechnet, auf welche Summe ein Arbeitnehmer im kommenden Jahr verzichten muss, wenn die Solidaritätssteuer und der Spitzensteuersatz angehoben und die Krisensteuer eingeführt wird.

Ein Beispiel: Ein Arbeitnehmer mit einem jährlichen Einkommen von 50 000 Euro in der Steuerklasse 1 wird durch das Sparpaket 548 Euro pro Jahr verlieren, in der Steuerklasse 1a sind es 611 Euro. Für Verheiratete beträgt der Einschnitt 202 Euro.

Die Regierung hat zwei ursprünglich vorgesehene Maßnahmen zurückgezogen. Zum einen können Arbeitnehmer den Weg zur Arbeit wie bisher steuerlich absetzen. Es war zunächst vorgesehen, die Pauschale zu halbieren. Zudem bleibt der «Bëllege Akt» bestehen, ein Unterstützung beim Kauf von Häusern und Wohnungen.

(KS/L'essentiel online)

Wie der Staat den Haushalt ausgleichen will

Das Steuerpaket umfasst nur einige Maßnahmen, mit Hilfe derer der Staat seinen Haushalt ausgleichen will. Insgesamt will er 650 Millionen Euro einsparen. Dazu gehört unter anderem, dass Investitionen gekürzt werden (361 Millionen Euro) und Kosten in der Verwaltung (34 Millionen Euro) eingespart werden.

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