Corona-Pandemie – Aufatmen in Luxemburgs Krankenhäusern

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Corona-PandemieAufatmen in Luxemburgs Krankenhäusern

LUXEMBURG – Mit den sinkenden Fallzahlen nimmt auch der Druck auf die Angestellten des Gesundheitssystems ab. Dennoch bleiben die Kliniken in Alarmbereitschaft.

Dr. Jean Reuter, Intensivmediziner am Centre Hospitalier de Luxembourg

Dr. Jean Reuter, Intensivmediziner am Centre Hospitalier de Luxembourg

Auch wenn sich die Infektionslage im Großherzogtum in den vergangenen Tagen und Wochen zu entspannen scheint, hat sich die Gesundheitsbehörde dazu entschlossen die Krankenhäuser eine weitere Woche in Bereitschaftsphase 3 zu halten. Die derzeitige Lage in den Kliniken ist weitaus weniger kritisch als noch vor dem Jahreswechsel: Am Montag wurden in Luxemburg insgesamt 90 Covid-19-Patienten behandelt, 18 davon intensivmedizinisch. Am 17. November waren noch 247 Corona-Kranke in den Krankenhäusern und 48 auf den Intensivstationen.

Das Centre Hospitalier de Luxembourg (CHL) hat bereits auf die neue Lage reagiert und stellt nun wieder 32 Betten den Patienten zu Verfügung, die aufgrund einer anderen Krankheit eingeliefert wurden. «Die Normalstationen, die weiterhin für die Covid-19-Patienten vorgesehen sind, nutzen die Entspannung, um ihre Mitarbeiter in Urlaub zu schicken oder Überstunden abzubauen», erklärt Dr. Jean Reuter, Intensivmediziner am CHL.

« Das ist beispiellos »

Auf der Intensivstation des CHL ist die Anspannung aber nach wie vor hoch. «Die Covid-Patienten sind rückläufig, aber die Belegung unserer Betten ist immer noch höher als in den übrigen Abteilungen», so Reuter weiter.

Auch im Centre Hospitalier Émile Mayrisch (CHEM) in Esch/Alzette haben Orthopädie, Traumatologie und Gastroenterologie wieder geöffnet. Allerdings wolle man hier flexibel bleiben, um gegebenenfalls wieder rasch auf Corona umstellen zu können. Gleiches gilt für das Centre Hospitalier du Nord (CHDN) , wo ebenfalls ein «spürbarer und sichtbarer» Rückgang der Covid-Fälle verzeichnet wird. Die Krankenhäuser in Wiltz und Ettelbrück laufen wieder zu 80 Prozent auf Normalbetrieb. Derzeit behandelt das CHDN vier Covid-19-Fälle.

Die Virus-Mutation aus Großbritannien treibt den Verantwortlichen aber Sorgenfalten ins Gesicht. «Es war schön zu hören, dass am Sonntag erstmals seit drei Monaten niemand mehr an Corona gestorben ist. Aber mit 552 Todesfällen ist das Coronavirus vermutlich die dritthäufigste Todesursache im Land nach Tumoren und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das ist beispiellos für eine neuartige Krankheit», sagt Dr. Jean Reuter.

(Nicolas Martin/ L'essentiel)

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