Luxemburg: Aufnahme Geflüchteter stößt bei Unterkünften an Grenzen
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Luxemburg Aufnahme Geflüchteter stößt bei Unterkünften an Grenzen

LUXEMBURG – Die Zahl der Ukrainer, die Schutz beantragen, ist noch immer hoch. Die Gesamtsituation bei der Aufnahme verbessere sich zwar, wie Flüchtlingskoordinatorin Marianna Pogosova berichtet, gewisse Widrigkeiten blieben aber dennoch.

von
Joseph Gaulier
Am Samstag hat erneut eine Demonstration zur Unterstützung der Ukraine stattgefunden.

Am Samstag hat erneut eine Demonstration zur Unterstützung der Ukraine stattgefunden.

LUkraine

Unter den Personen, die Anträge auf vorübergehenden Schutz im Großherzogtum stellten sind die Geflüchteten aus der Ukraine wenig verwunderlich die am schnellsten wachsende Gruppe. 2624 Anträge sind laut Regierung dieses Jahr gestellt worden, weit abgeschlagen kommen danach Menschen aus Algerien mit 19 Anträgen. Der Zustrom aus der Ukraine sei inzwischen «viel geringer ist als noch vor zwei oder drei Monaten», berichtet Marianna Pogosova, Flüchtlingskoordinatorin bei der Organisation LUkraine. Rund 5000 seien seit Beginn des Krieges insgesamt in Luxemburg angekommen.

Die Aufnahme laufe inzwischen viel besser, da die Organisation geordneter sei. Die Geflüchteten «können einfacher Arbeit finden, oder Medikamente, Hilfsgüter, Lebensmittel usw. erhalten», erzählt sie. Viele würden trotz kultureller Unterschiede und der Sprachbarriere allmählich ihren Platz im Großherzogtum finden.

«Sie wollen ihr normales Leben so schnell wie möglich zurück»

Kompliziert gestalte sich nach wie vor die Unterbringung. Diejenigen, die keine Anlaufstelle haben, werden in den Zelten auf dem Kirchberg untergebracht. «Es ist besser als nichts», sagt Pogosova, «aber die Leute müssen unter Umständen monatelang in diesen Plastikzelten bleiben, das ist nicht immer einfach». Zu schaffen machten dort beispielsweise die kalten Nächte und Feuchtigkeit.

Letztlich hätten die Ankommenden vor allem einen Wunsch: «So schnell wie möglich nach Hause zu kommen», so Marianna Pogosova, «diese Menschen haben ein ganz normales, komfortables Leben geführt, das sie so schnell wie möglich zurückhaben wollen.» Ein Wunsch, der aufgrund der Kriegslage wohl nicht allzu bald in Erfüllung gehen wird, besonders für die Menschen, die aus den östlichen Regionen der Ukraine stammen.

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