Verein Asti – «Ausländer sind die Luxemburger von morgen»

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Verein Asti«Ausländer sind die Luxemburger von morgen»

LUXEMBURG – Im Vorfeld der Nationalwahlen verlangt die «Association de soutien aux travailleurs immigrés» (Asti) von den Parteien mehr Einsatz für Integration.

Laura Zuccoli und Sergio Ferreira stellten die Forderungen der Ausländerorganisation vor.

Laura Zuccoli und Sergio Ferreira stellten die Forderungen der Ausländerorganisation vor.

Editpress/Alain Rischard

Die Ausländerorganisation Asti warnt im Vorfeld der Parlamentswahlen vor einem «Wettlauf der Patrioten». Identitätsfragen, die bislang das Geschäft der extremen Rechten waren, seien in Luxemburg mittlerweile zum Mainstream avanciert. Zwar sei das Land aufgrund der guten wirtschaftlichen Lage bislang von größeren rassistischen und fremdenfeindlichen Vorfällen verschont geblieben. «Doch wer sagt, dass das so bleiben wird?», so die «Association de soutien aux travailleurs immigrés»

Der Verein erinnert daran, dass «die Ausländer von heute die Luxemburger von morgen sein werden». Die 48 Prozent Ausländer in diesem Land müssten mehr in das politische Leben einbezogen werden, um ein besseres Zusammenleben zu ermöglichen. Nach dem Vorbild Belgiens soll für EU-Bürger und Drittstaatsangehörige die fünfjährige Aufenthaltsdauer als Bedingung für die Teilnahme an Kommunalwahlen «mittelfristig» wegfallen. Die Asti fordert zudem ein «echtes universelles Wahlrecht», das sich am Wohnsitz und nicht an der Nationalität des Wahlberechtigten orientiert.

Der Verein wünscht sich auch, dass die politischen Parteien in allen Landessprachen kommunizieren und die Türen ihrer Organisation auch für Ausländer öffnen. «Es ist für den sozialen Zusammenhalt wichtig, dass sich so viele Menschen wie möglich am politischen Prozess beteiligen. Aber das allein reicht nicht aus», so der Verein. Daher will die Asti ein Programm für eine «Willkommenskultur» auf nationaler und kommunaler Ebene entwickeln und auch den Aufnahme- und Eingliederungsvertrag (CAI) reformieren. Der Verband setzt sich zudem für die Ausweitung des Sprachurlaubs ein, der bislang nur für Luxemburgisch-Kurse gewährt wird. Auch wer Deutsch und/oder Französisch lernen wolle, solle diesen Sprachurlaub in Anspruch nehmen können.

(mc/L'essentiel)

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