Rheinland-Pfalz/Kusel: Aussage von Mitangeklagtem in Prozess um Polizistenmorde verschoben

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Rheinland-Pfalz/Kusel Aussage von Mitangeklagtem in Prozess um Polizistenmorde verschoben

KAISERSLAUTERN – Im Prozess um die tödlichen Schüsse auf zwei Polizisten bei Kusel ist die für Montag erwartete Aussage des Mitangeklagten kurzfristig verschoben worden.

ARCHIV - 21.06.2022, Rheinland-Pfalz, Kaiserslautern: Der Nebenangeklagte (l) steht neben seinen Anwälten Thomas Will (M) und Christian Kessler im Verhandlungssaal des Landgerichts. Dem 33-Jährigen die Justiz unter anderem versuchte Strafvereitelung vor - er habe beim Spurenverwischen geholfen (zu dpa «Polizistenmord-Prozess wird fortgesetzt - Sagt Nebenangeklagter aus?») Foto: Uwe Anspach/dpa-Pool/dpa - ACHTUNG: Person(en) wurde(n) aus rechtlichen Gründen gepixelt +++ dpa-Bildfunk +++

Die rheinland-pfälzische Staatsanwaltschaft wirft dem 39 Jahre alten Beschuldigten vor, eine junge Polizistin und ihren Kollegen Ende Januar bei einer Verkehrskontrolle in der Nähe von Kusel erschossen zu haben.

Uwe Anspach/dpa-Pool/dpa

Der Mordprozess um tödliche Schüsse auf zwei Polizisten Ende Januar bei Kusel in der Pfalz wird am heutigen Montag (11.00 Uhr) vor dem Landgericht fortgesetzt. Die erwartete Aussage von Florian V. wurde kurzfristig verschoben. Der psychiatrische Gutachter sei an Corona erkrankt, sagte der Vorsitzende Richter Raphael Mall in der Verhandlung. Der Mitangeklagte Florian V. antwortete daraufhin lediglich auf Fragen Malls zu seinem Leben und Werdegang.

Der 33-Jährige ist wegen gemeinschaftlicher gewerbsmäßiger Jagdwilderei in der Tatnacht sowie versuchter Strafvereitelung angeklagt. Als Hauptangeklagter gilt der 39-jährige Andreas S., der die Polizistin und den Polizisten am 31. Januar bei einer Verkehrskontrolle erschossen haben soll, um eine Jagdwilderei zu verdecken.

Die Aussage von Florian V. wird für den 28. September erwartet

S. werden zwei vollendete Morde sowie versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Er soll die Polizisten aus Habgier getötet haben. Ursprünglich wurde V. ebenfalls des Mordes verdächtigt. Der Verdacht erhärtete sich aber nicht, weshalb der Mordvorwurf gegen ihn fallen gelassen wurde. S. stellte die Situation zum Prozessauftakt im Juni als Notwehr dar und erhob schwere Vorwürfe gegen V., der zunächst bei der Polizei umfangreich ausgesagt hatte, danach aber schwieg.

Mall appellierte angesichts der Corona-Erkrankung des Sachverständigen an den Gesetzgeber, die sogenannte Hemmungsvorschrift wieder einzuführen. Diese habe im Zuge der ersten Pandemiewellen zahlreiche Prozesse vor dem Platzen bewahrt, weil Fristen dadurch verschoben werden konnten. Das Verfahren um die Polizistenmorde laufe allerdings derzeit noch nicht Gefahr, wegen einer verpassten Frist zu platzen.

Beim nächsten Verhandlungstag am kommenden Freitag sollen Sachverständige der Landeskriminalämter Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz vernommen werden. Dafür werde der psychiatrische Sachverständige nicht benötigt. Die Aussage V.s wird nun für den 28. September erwartet – vorausgesetzt, der Sachverständige kann dann wieder am Prozess teilnehmen.

(dpa/cs )

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