«Tampon Tax» – Australien schafft «Tampon-Steuer» ab

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«Tampon Tax»Australien schafft «Tampon-Steuer» ab

Nach jahrelangen Diskussionen soll nun Schluß sein mit der sogenannten Tampon-Steuer. Seit dem Jahr 2000 galt eine Zusatzsteuer auf Frauen-Hygieneprodukte in Höhe von zehn Prozent.

L'essentiel

Australien schafft nach jahrelangen Diskussionen die sogenannte Tampon-Steuer ab. Die Mitte-Rechts-Regierung von Premierminister Scott Morrison einigte sich am Mittwoch mit den regionalen Behörden, die Zusatzsteuer auf Frauen-Hygieneprodukte in Höhe von zehn Prozent zum Jahreswechsel 2018/19 zu kippen. Seit ihrer Einführung im Jahr 2000 hatte es dagegen immer wieder Proteste gegeben.

Bislang sind Tampons in Australien mit der Goods and Services Tax (GST) belegt, eine Steuer auf Waren und Dienstleistungen. Begründung dafür: Tampons seien nicht unbedingt erforderlich. Für Kondome, Sonnenschutz oder auch das Potenzmittel Viagra gilt die Steuer jetzt schon nicht. Frauenverbände bezeichneten die Regelung immer wieder als «sexistisch».

Reform war längst überfällig

Australiens Schatzkanzler Josh Frydenberg erklärte nun: «Die Reform war längst überfällig. Der gesunde Menschenverstand hat sich durchgesetzt.» Frauenministerin Kelly O'Dwyer sagte: «Millionen Frauen im ganzen Land werden dankbar dafür sein.» Vor drei Jahren war die Abschaffung noch gescheitert, weil der Staat auf die Einnahmen nicht verzichten wollte. Sie lagen zuletzt in einer Größenordnung von etwa 20 Millionen Euro pro Jahr.

Das Thema erregt auch im Großherzogtum immer wieder die Gemüter: die luxemburgische Planning Familial hatte zuletzt im August dieses Jahres in einem offenen Brief an die Parteien ihre Ablehnung von 17 Prozent Mehrwertsteuer auf Damenhygieneprodukte bekräftigt. «Tampons, Slipeinlagen und Menstruationstassen werden immer noch mit 17 Prozent besteuert. Der höchste Steuersatz, den es gibt», bedauert die Organisation damals.

Periode ist keine Option und keine Schande

Für sie seien diese Produkte unerlässlich und sollten daher mit dem stark ermäßigten Mehrwertsteuersatz besteuert werden, wie dies unter anderem in Frankreich oder Belgien der Fall ist: «Getränke, Tiernahrung, Bücher und Zeitungen werden mit drei Prozent besteuert», heißt es im offenen Brief: «Für Frauen sind Tampons keine Produkte, die sie vielleicht nicht brauchen. Ihre Periode ist keine Option, kein Luxus, auch keine Schande.»

Laut Planning Familial haben nur zwei der Parteien den Punkt in ihr Wahlprogramm aufgenommen: LSAP und Déi Gréng.

(L'essentiel/dpa)

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