Borgward – «Automobil-Dinosaurier» landet in Luxemburg

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Borgward«Automobil-Dinosaurier» landet in Luxemburg

LUXEMBURG – Chinesische Investoren haben die deutsche Automarke Borgward von den Toten zum Leben erweckt – nun expandiert der Hersteller nach Luxemburg.

Der deutsche Autobauer ging vor mehr als fünfzig Jahren pleite. Seit 2016 rollen aber in China wieder Borgwards vom Band.

Der deutsche Autobauer ging vor mehr als fünfzig Jahren pleite. Seit 2016 rollen aber in China wieder Borgwards vom Band.

AFP/Tobias Schwarz

Borgward ist wieder da: Chinesische Investoren haben der deutschen Automarke, die ihre Blütezeit zwischen den 1930er und 1960er Jahren erlebte, in den vergangenen Jahren neues Leben eingehaucht. An die 100.000 Borgwards neuen Typs rollten seit 2016 aus der Fabrik nahe Peking. Nun will die Firma auch in Europa durchstarten – und das Großherzogtum soll im Exportgeschäft eine führende Rolle einnehmen.

«Automobil-Dino» Borgward will sich als Premium-Marke positionieren und moderne, vernetzte Kunden sowie Liebhaber eines «neuen Luxus» ansprechen. Das reiche Luxemburg erscheint dem Unternehmen als Zielmarkt geradezu ideal. Ein Borgward-Autohaus im klassischen Sinn wird es allerdings nicht geben: Die Modelle werden ausschließlich online vermarktet.

Premium, aber billiger

«Der Verkauf von Autos über das Internet läuft mittlerweile generationenübergreifend. Es gibt die Suche nach dem Bestpreis, aber nicht nur. Der Prozess muss einfach vonstatten gehen, auch was Versicherung und Finanzierung betrifft. Man braucht Flexibilität», erklärt Gerald Lautenschläger, Executive Director Europe Operations der Borgward Group AG. Das Unternehmen verfügt zwar über keine eigene Niederlassungen, sondern über kleinere Ausstellungshallen, in denen Interessierte die Autos besichtigen können.

Das Unternehmen Autodis, Partner von Borgward in Luxemburg, ist von dem Konzept überzeugt. «Die Vertriebskosten sind niedriger, wodurch man die Autos aus dem Premium-Segment um zirka 20 Prozent günstiger bekommt», sagt Marco Graas. Der sportliche SUV BX7 TS Limited Edition ist das erste verfügbare Modell. Der Preis: 44.200 Euro. Im Oktober soll ein weiterer SUV Coupé folgen, bis zum Sommer 2019 will man auch ein Elektroauto anbieten. Marco Graas hofft darauf, in zwei bis drei Jahren 500 Autos pro Jahr zu verkaufen.

(Mathieu Vacon/L'essentiel)

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