Elektroautos – Automobilsektor stellt sich gegen Turmes
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ElektroautosAutomobilsektor stellt sich gegen Turmes

LUXEMBURG – Die Aussage des Energieministers, dass Firmenwagen in Zukunft elektrisch sein müssen, bringt die Vertreter des Automobilsektors weiter zum Überkochen.

Das Hoa plädiert für einen Mix zwischen den verschiedenen Motorisierungen.

Das Hoa plädiert für einen Mix zwischen den verschiedenen Motorisierungen.

Editpress/Julien Garroy

«Illusorisch», «unverantwortlich», «ungesund»... Als Sprecher des House of automobile (Hoa) in Luxemburg nimmt Ernest Pirsch kein Blatt vor den Mund. Das besonders, nachdem Claude Turmes auf einer Pressekonferenz mitteilte, dass «in Zukunft alle Firmenwagen elektrisch sein müssen».

Das Hoa, das Akteure und Vertreter der Automobilindustrie, Leasingfirmen und Händler zusammenbringt, gab am Donnerstag eine Pressemitteilung heraus, in der sie alle negativen Aspekte dieses Vorhabens des Ministers zum Ausdruck brachten. «Wirtschaftlich gesehen ist es extrem schädlich und unzulässig, besonders in dieser Zeit», resümiert Ernest Pirsch, der von L'essentiel kontaktiert wurde.

Timing sorgt für Aufregung

Was die Fachleute verärgert, ist das Timing einer solchen Entscheidung. «Wir haben gerade zwei Monate ohne Verkäufe hinter uns, mit einem großen Lagerbestand, und es geht langsam wieder aufwärts. Das hier war nicht nötig», ärgert sich der Sprecher, der glaubt, dass Claude Turmes eine «einsame Stimme in der Regierung» sei. Das Hoa sei jedenfalls nie zu diesem Thema befragt worden.

Wenn sich das Hoa für eine Elektrifizierung der Fahrzeugflotte aussprechen sollte, muss diese in einem vernünftigen Tempo vorangetrieben werden: «Die Menschen sind nicht bereit, ebenso wenig wie die Infrastrukturen», erklärt Ernest Pirsch, der für einen ausgewogenen Mix der Antriebe plädiert.

(Mathieu Vacon/L'essentiel)

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