Ego oder Opfer? – Babyface unter Beschuss
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Ego oder Opfer?Babyface unter Beschuss

Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Letztere haben jüngst viel Zulauf bekommen. Macht Justin Biebers Ego seine Karriere kaputt?

Kein guter Start ins neue Jahr für Justin Bieber: Im Januar 2013 verunglückte ein Paparazzo tödlich. Er wollte sein Einkommen mit exklusiven Fotos von Justin Biebers weißem Ferrari aufbessern – und wurde dabei von einem anderen Auto tödlich erfasst.

Wenig später folgte dann die offizielle Trennung von seiner ersten großen Liebe Selena Gomez. Und dann war noch jener «schlimmste Geburtstag» seines noch so jungen Lebens. Doch dies war nur der Anfang einer weiteren Pechsträhne im März: Ein verspäteter Konzertauftakt, das Vergraulen der Fans und schließlich ein Kollaps samt Krankenhausaufenthalt folgten.

Wo ist der süße Kleine geblieben?

Die britische Zeitung «The Mirror» schreibt vom «Aufstieg und Fall von Justin Bieber». Das dürfte etwas zu hoch gegriffen sein. Doch daran, dass Justin an seinem eigenen Ego untergehen könnte, ist was – selbst wenn er vielleicht gar nichts dafür kann.

Von Gott gesandt

Hier ist ein junger Herr, der, seit er zwölf ist, unaufhörlich und hart an seiner Karriere arbeiten musste. Der Erfolg dankt es ihm. Kaum einer kann eine vergleichbare Karriere vorweisen. Doch während seiner Pubertät – dann, als die meisten von uns wichtige Erfahrungen und die dazugehörigen Fehler machen – wuchs er im Niemandsland zwischen ihn vergötternden Fans und einem strengen Arbeitsplan auf.

Nun ist der junge Mann volljährig und möchte endlich seinen Ruhm, sein Geld und sein Leben etwas genießen. Klar macht er den einen oder anderen Fehler – nur, dass in seinem Fall die ganze Welt dabei zuguckt. Und wenn einer Sätze wie «Gott erschuf mich aus einem bestimmten Grund» von sich gibt, darf man den Grund, weshalb er ein Stadion voller Kinder im schulpflichtigen Alter so lange warten lässt, bis ein Grossteil von ihnen bereits den Nachhausezug erwischen müssen, etwas genauer hinterfragen.

Sinkt Biebers Stern?

Ob Justin Bieber nun arroganter oder schlicht menschlicher geworden ist, sei dahingestellt. Was aber sein könnte, ist, dass er seinen kommerziellen Zenit überschritten hat. Kaum eine Teeniestar-Karriere hält länger als ein paar Jahre an – siehe Gellet und Tokio Hotel.

Kein jüngeres Geschwisterkind mag zu Weihnachten die alten Spielsachen des älteren geschenkt bekommen. Der nächste Teeniestar lauert schon um die Ecke.

(L'essentiel Online/mor/obi)

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