Italien: Babys wurden 1989 im Krankenhaus vertauscht – nun bekommen sie eine Million Euro Entschädigung

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ItalienBabys wurden 1989 im Krankenhaus vertauscht – nun bekommen sie eine Million Euro Entschädigung

Zwei Neugeborene wurden in einem Krankenhaus in Italien nach der Geburt vertauscht. Nun muss die Region Apulien Schadenersatz in Millionenhöhe bezahlen. Laut Gericht ist das Leben der beiden vertauschten Mädchen stark zerrüttet worden.

von
Reto Bollmann
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Im italienischen Canosa di Puglia sind im Jahr 1989 zwei neugeborene Mädchen vertauscht worden (Symbolbilder).

Im italienischen Canosa di Puglia sind im Jahr 1989 zwei neugeborene Mädchen vertauscht worden (Symbolbilder).

PantherMedia / Elmar Gubisch
Ein italienisches Gericht hat nun die Region Apulien zu einer Zahlung von insgesamt einer Million Euro Schadenersatz an die Opfer verurteilt.

Ein italienisches Gericht hat nun die Region Apulien zu einer Zahlung von insgesamt einer Million Euro Schadenersatz an die Opfer verurteilt.

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Ihr Urteil begründen die Richter mit der «äußerst schwerwiegenden Fahrlässigkeit und Nachlässigkeit» der Hebammen und Krankenpflegerinnen, die am 29. Juni 1989 im Dienst standen.

Ihr Urteil begründen die Richter mit der «äußerst schwerwiegenden Fahrlässigkeit und Nachlässigkeit» der Hebammen und Krankenpflegerinnen, die am 29. Juni 1989 im Dienst standen.

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Dank eines DNA-Tests sowie weiteren Ermittlungsergebnissen war es für die Richter erwiesen: Zwei Babys wurden im Jahr 1989 im Spital von Canosa di Puglia vertauscht. Nun muss die Region Apulien den Opfern insgesamt eine Million Euro Schadenersatz zahlen. Vorangegangen ist dem Urteil ein siebenjähriger Rechtsstreit, wie das Newsportal «Südtiroler News» berichtet.

Ihr Urteil begründen die Richter mit der «äußerst schwerwiegenden Fahrlässigkeit und Nachlässigkeit» der Hebammen und Krankenpflegerinnen, die am 29. Juni 1989 im Dienst standen und für die Verwechslung gesorgt hatten. Beide Babys kamen in einem Abstand von nur elf Minuten per Kaiserschnitt zur Welt. «Es ist wahrscheinlich, dass die Vertauschung zum Zeitpunkt der Entbindung im Kreißsaal geschehen ist oder, was noch wahrscheinlicher ist, auf der Neugeborenenstation stattgefunden hat, wohin die neugeborenen Mädchen fast zur selben Zeit gebracht worden sind», so die Richter. Identifikationsarmbänder seien allen Anschein nach nicht verwendet worden.

Existenz der beiden Mädchen durch Fehler zerrüttet

Die Entschädigung müsse den entstandenen immateriellen Schaden abdecken, der durch die beeinträchtigten familiären Beziehungen entstanden sei. Laut Urteilsbegründung ist besonders die Existenz der beiden Mädchen durch den Fehler zerrüttet worden. So ist eines der Mädchen in eine sehr arme Familie geraten, in der es teilweise nicht einmal genug zu essen gegeben hatte. Zudem war sie von ihrem vermeintlichen Vater geschlagen worden. Erst als die Familie auseinandergebrochen war, besserte sich die Lage des Mädchens. 2008 kam sie in eine Familie, welche sie als ihre natürliche betrachtet.

Das andere Mädchen hatte gemäß Urteilsbegründung zwar keine traumatische, aber doch eine schwierige Kindheit. Anscheinend hatte es gespürt, nicht bei ihren leiblichen Eltern untergebracht zu sein. Sie hatte keine Lust auf die Schule, hatte sehr früh geheiratet und war ebenso früh zu Hause ausgezogen. 

Ihre leiblichen Eltern konnte sie nicht finden, also auch nie einen DNA-Test durchführen. Von dem Paar, bei dem sie aufwuchs, war sie im Jahr 2014 als Tochter aberkannt worden. Die inzwischen erwachsene Frau fordert von der Region nun ebenfalls mehrere Millionen Euro Schadenersatz – das Verfahren ist jedoch noch am Laufen.  

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