Bilanz & Ausblick – Bad Mondorf schwitzt sich durch die Krise
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Bilanz & AusblickBad Mondorf schwitzt sich durch die Krise

BAD MONDORF - Die Finanzkrise sowie immense Investitionen treiben das Thermal-Bad in Bad Mondorf in die roten Zahlen. Trotzdem ist man dort voller Optimismus.

Neben dem Hotel wurde in den vergangenen Monaten der komplette Wellness- und Fitness-Bereich renoviert.

Neben dem Hotel wurde in den vergangenen Monaten der komplette Wellness- und Fitness-Bereich renoviert.

Domaine Thermal Mondorf

Die Thermal-Anlage in Bad Mondorf hat eine harte Zeit hinter sich – beziehungsweise steckt noch mittendrin. Das bekannte Präsident Paul Hammelmann am Dienstagmorgen: «Wir haben in den vergangenen Jahren viele Kunden verloren – vor allem Geschäftskunden. Außerdem machten uns die hohen Energiepreise während der Krise zu schaffen.» Doch die schweren Tage habe man glücklicherweise mit einem blauen Auge überstanden, auch dank mutiger Investitionen.

Für insgesamt zwölf Millionen Euro wurde das Parc Hotel komplett renoviert, 2,9 Millionen Euro flossen in den Wellness- und Saunabereich. Investitionen, die sich in den kommenden Jahren auszahlen sollen, aktuell aber massiv auf die Bilanz drücken. So fehlen vor allem die Einnahmen aus dem Hotel, das von November 2014 bis Juli dieses Jahres, während der Bauarbeiten, komplett geschlossen werden musste. «Diese zwei Monate fehlten uns 2014 für eine ausgeglichene Bilanz», so Hammelmann. Stattdessen stand ein Minus von 115.000 Euro bei einem Umsatz von knapp 24 Millionen Euro zu Buche.

Noch stärker wird sich dieser Effekt im laufenden Jahr bemerkbar machen – das Hotel wurde erst am 17. Juli wiedereröffnet: «Alle Bereiche der Anlage leiden darunter. Wir werden dieses Jahr hohe Verluste machen, das ist klar», so Hammelmann.

Mehr Luxemburger anziehen

Dennoch ist man in Bad Mondorf sehr optimistisch. In Sachen Kur-Aufenthalte sei man komplett ausgebucht, Spa und Fitness sind an Wochenenden ebenfalls voll. «Über das Jahr gesehen haben wir eine Auslastung von 60 Prozent», berichtet der Präsident. Ein Wert, der Luft nach oben lässt. Dessen ist sich auch die Geschäftsführung bewusst. «Wir haben jetzt beispielsweise eine Textilsauna eingerichtet», erzählt Direktor Pierre Plumer. So wolle man französischen und belgischen Kunden entgegenkommen, denen die Freikörperkultur fremd ist: «In dieser Sauna muss man dann ein Handtuch tragen. Aber Badeanzüge und -Hosen bleiben weiter verboten – das ist unhygienisch.»

Außerdem wolle man wieder vermehrt Geschäftskunden, beziehungsweise Konferenzen nach Bad Mondorf holen. «2005 hatten wir 85 solcher Events, im vergangenen Jahr war es gerade noch ein Dutzend», erklärt Plaumer. Durch den Ausbau des Kirchbergs falle Mondorf ein bisschen aus dem Blick: «Wir müssen uns bei den Ministerien immer wieder in Erinnerung rufen.»

Aber auch bei den Luxemburger Privatkunden wolle man wieder mehr als Ressort für «Urlaub für einen Tag» wahrgenommen werden. «Der durchschnittliche Luxemburger verbindet Mondorf nur mit Kur, deshalb wollen wir das künftig besser trennen», so Paul Hammelmann.

(Philip Weber/L'essentiel)

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