Rheinland-Pfalz – «Bäume gehen reihenweise kaputt»

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Rheinland-Pfalz«Bäume gehen reihenweise kaputt»

BINGEN/BAD KREUZNACH – Baumkontrolleure sollen die Gefahr herabstürzender Äste oder umfallender Bäume minimieren. Neue Schädlinge bereiten den Experten zunehmend Sorgen.

Thorsten Krieg, Baumkontrolleur und Baumpfleger in Bingen (Rheinland-Pfalz), führt eine Sichtkontrolle durch und gibt die Daten auf seinem Tablet ein.

Thorsten Krieg, Baumkontrolleur und Baumpfleger in Bingen (Rheinland-Pfalz), führt eine Sichtkontrolle durch und gibt die Daten auf seinem Tablet ein.

DPA/Andreas Arnold

Sogenannte Baumkontrolleure müssen sich mit immer neuen Schädlingen auseinandersetzen – etwa dem erst seit einigen Jahren hierzulande vorkommenden Massaria-Pilz. Der greift Platanen an, die lange als nahezu optimale Stadtbäume galten. «Wenn sie den drin haben, ist das eine Zeitbombe», weiß Baumkontrolleur Thorsten Krieg aus Bingen (Rheinland-Pfalz).

Betroffene Baumreihen müssten engmaschig kontrolliert werden. Der Pilz wachse an der Oberseite von Ästen und sei von unten nur schwer zu sehen, ergänzt sein Bad Kreuznacher Kollege Sebastian Huck.

Pilze verstopfen Wasserleitungen

Neben dem Massaria-Pilz bei Platanen gibt es noch eine ganze Reihe anderer Pilze, auf die Baumkontrolleure achten müssen. Auch Robinien galten früher als sehr gut geeignet für die Stadt. «Im Moment gehen sie aber reihenweise kaputt», sagt Huck. Häufig bereite hier der Eschenbaumschwamm – ebenfalls ein Pilz – Sorgen.

Auch die lange als sehr resistente Baumart geltende Esche hat zu kämpfen – und zwar mit dem Falschen Weißen Stängelbecherchen, wie der Baum-Sachverständige Christian Dixius aus Idar-Oberstein weiß. Dieser Pilz verstopfe sozusagen die Wasserleitungen im Baum, Äste trockneten aus und fielen ab. Was die Zukunft noch bringe, auch an Risiken jenseits von Pilzen, sei schwer abzusehen. «Die Schäden, die dieses Jahr durch die massive Trockenheit entstanden sind, sind noch gar nicht absehbar.»

Folgen des Klimawandels

Die Baumexperten spüren konkrete Auswirkungen des Klimawandels auf ihreArbeit. Sei früher der Herbst mit seinen Stürmen die arbeitsreichste Zeit gewesen, brächten mittlerweile auch Starkregen im Sommer regelmäßig beträchtliche Schäden. «Extreme Witterungsereignisse nehmen zu», sagt Huck.

Kommunen in Deutschland müssen ihrer sogenannten Verkehrssicherungspflicht nachkommen. Unter anderem deshalb beschäftigen einige eigene Baumkontrolleure.

(L'essentiel/dpa)

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