Gare- Art- Festival – Bahnhofsviertel in der Hauptstadt wiederbelebt
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Gare- Art- FestivalBahnhofsviertel in der Hauptstadt wiederbelebt

LUXEMBURG - Mitten in Luxemburg-Stadt, auf dem Place de Paris, enstehen derzeit Skulpturen aus Holz. Sechs Künstler kreieren sie diese Woche im Rahmen des Gare-Art-Festivals.

Auf dem Place de Paris nicht weit vom Luxemburger Bahnhof sind mitten im Sommer verschiedene Skulpturen aus Holz zu bewundern. Sie werden im Rahmen des Festivals «Gare Art» kreiert. Vom 30. Juli bis zum 7. August sägen und hauen sechs Künstler aus der ganzen Welt eine oder mehrere Holz-Skulpturen mitten in Luxemburg-Stadt.

Der Baustamm, mit dem sie arbeiten, hat einen Durchmesser von bis zu 80 Zentimeter und ist zwei Meter lang. Mittlerweile haben alle Kunstwerke bereits eine Form angenommen. «Es war aber nicht so einfach mit diesem Holzklotz vor den Füβen anzufangen», meint der syrische Künstler und Professor aus Damaskus, Abdul Hamid Aktham. Er arbeitet an einer flieβenden Figur der Zweisamkeit, die nur noch den letzten Schliff braucht.

Das Projekt wurde zum ersten Mal 2001 von «Groupe Animation Gare» organisiert. Die luxemburgische Bildhauerin Florence Hoffmann leitet das Projekt dieses Jahr und betreut die Künstler in Zusammenarbeit mit der Stadt Luxemburg und der CFL. Dieses Jahr ist das vorgegebene Element Holz.
Am Sonntag werden die Skulpturen zur Ausstellung zum Bahnhof gebracht, wo sie bis Anfang September zum Verkauf freigegeben werden.

Künstler aus aller Welt treffen sich zusammen

Weitere ausländische Künstler sind Mensud Keco aus Bosnien- Herzegovina, der einen Pfahl aus dem Baumstamm erstellt hat. Danach wird er mit Glasstücken versehen. In seiner Skulptur «Totem 2011» fusionieren zwei unterschiedliche Elemente: Holz und Glas.

Der gebürtige Brite Robert Harding, der lange in Sambia gelebt hat und heute in Spanien zu Hause ist, hat sich für eine geschwungene Figur entschieden. Diese erinnert an eine Welle, heißt aber eigentlich «Tuch».
Das Holz wird nach afrikanischer Methode an der Oberfläche gebrannt, damit sie glatt wird.

Sharima Fritz Will kommt aus Deutschland und hat als Vorlage einen Ahornsamen. Die aus dem Holz gefertigten Teile sehen zusammengefügt aus, wie ein Schmetterling oder Vogel. Die Holzstücke werden dann gefärbt.

Auch Luxemburger mit dabei

Auch zwei luxemburgische Künstler sind bei dem Festival mit dabei. Die Werkstatt soll einen Austausch zwischen den Künstlern auf internationaler Ebene möglich machen.

Marie-Josée Kerschen hat sich für ein Kunstwerk entschieden, mit dem sie sich gut auskennt. Sie haut aus dem Holz mehrere menschliche Figuren, die zu einer Truppe wartender Personen zusammengestellt werden. Diesmal warten sie auf einen Zug.

Michel Schiltz hat in Luxemburg bereits viele Plätze mit seinen Werken geschmückt. Seine Skulptur heißt «Der Aufpasser», ein Männchen das in dem ausgeschlagenen Hohlraum sitzt und aufpaßt.

«Ein bisschen wie im Zirkus»

Trotz der anstrengenden (Körper-)Arbeit macht es den Künstlern sichtlich paß, ihre Werke dem Publikum auf einem öffenlichen Platz zu zeigen. «Es ist schon ein bisschen wie im Zirkus. Aber wir haben viel Spaβ!», erzählt Mensud Keco.

Nora Weis/L'essentiel Online

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