Strom statt Kerosin – Bald fliegen wir mit Elektro-Flugzeugen

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Strom statt KerosinBald fliegen wir mit Elektro-Flugzeugen

Auf der Straße sind Elektroantriebe schon Alltag, in der Luft könnten sie sich auch bald etablieren. Elektrisches Fliegen ist aber nicht automatisch ökologischer.

Nach dem E-Auto ist schon bald das E-Flugzeug startbereit.

Easyjet plant zusammen mit der US-Firma Wright Electric einen elektisch angetriebenen Jet für Flüge unter zwei Stunden, etwa von London nach Paris. Für rund ein Fünftel der aktuellen Easyjet-Passagiere ist diese Reichweite ausreichend. Carolyn McCall, die Chefin der britischen Billigfluglinie, sagt: «Zum ersten Mal wird eine Zukunft ohne Kerosin denkbar, und wir freuen uns, dabei zu sein.» Sie hofft auf ein Abheben des ersten E-Fliegers schon im nächsten Jahrzehnt.

«Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis elektrisch angetriebene Flugzeuge Normalität sind», sagt Manfred Hader zu 20 Minuten. Er ist Luftfahrtexperte beim Unternehmensberater Roland Berger. Die gesamte Luftfahrtbranche werde sich stark verändern: Einerseits komme eine leisere, kerosinfreie Antriebstechnik, andererseits das weitgehend selbstgesteuerte Flugzeug. «Die Veränderungen werden in Stufen erfolgen», sagt Hader.

E-Flieger sind nicht automatisch ökologischer

Basis für die von Strom statt Kerosin angetriebenen Flugzeuge werden neuartige Antriebe sein, etwa von Siemens. Der deutsche Konzern hat für seinen «Rekordmotor», der bei einem Gewicht von 50 Kilogramm rund 260 Kilowatt elektrische Dauerleistung liefert, diesen Oktober in Lausanne den Nachhaltigkeitspreis des Weltluftfahrtverbandes FAI erhalten.

Elektrisches Fliegen ist aber nicht automatisch ökologischer. Es kommt dabei auf die Stromerzeugung und die Herstellung der Batteriespeicher an. «Bei den heutigen Optionen bleibt es am ökologischsten, nicht oder nur sehr selten zu fliegen», sagt Georg Klingler. Der Klimaexperte von Greenpeace Schweiz kritisiert, dass die externen Kosten für Luftverschmutzung und Klimaerwärmung bei den Ticketpreisen nicht berücksichtigt sind. «Fliegen ist viel zu billig», so Klingler. Er fordert ein Ende der Subventionierung und die Einführung einer Flugticket-Abgabe.

Geld auch vom US-Verteidigungsministerium

Für die E-Flugzeuge laufen derzeit laut Hader bei einer Reihe von Unternehmen Projekte, die bis 2030 abheben sollen. Sie kommen einerseits von Start-ups oder unabhängigen Entwicklern. Andererseits sind auch traditionelle, große Flugzeugkonzerne wie Airbus, Boeing und Cessna dabei.

Der europäische Flugzeugbauer Airbus arbeitet mit Siemens sowie dem Triebwerkshersteller Rolls-Royce an einem Elektro-Hybridantrieb. Der E-Fan X genannte Antrieb soll 2020 erstmals fliegen. «Wir sehen hybride Elektroantriebe als überzeugende Technologie für die Zukunft der Luftfahrt», sagt Paul Eremenko, der Chief Technology Officer (CTO) von Airbus.

Bei den Versuchen soll zunächst eines der vier Düsentriebwerke eines Passagierflugzeuges aus den 1980er-Jahren durch einen zwei Megawatt starken Elektromotor von Siemens ersetzt werden, später auch ein zweites. Der Strom für den Motor soll von einem Generator von Rolls-Royce erzeugt werden.

Airbus-Konkurrent Boeing hat die US-Firma Aurora Flight Sciences übernommen, die mit 550 Beschäftigten an einer Reihe von Prototypen und Technologien für E-Modelle und Lufttaxis sowie ganz neuen Flugkonzepten arbeitet. Für seine Forschung bekam das Unternehmen auch Geld vom US-Verteidigungsministerium. (ish)

(L'essentiel)

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