Brandschutz: Bald müssen in jedem Luxemburger Haushalt Rauchmelder hängen

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Brandschutz Bald müssen in jedem Luxemburger Haushalt Rauchmelder hängen

LUXEMBURG – Nach einer dreijährigen Übergangsphase folgt nun die Pflicht: Ab dem 1. Januar muss jede Wohnung in Luxemburg mit Rauchmeldern ausgestattet sein.

von
Nicolas Chauty
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Am 1. Januar 2023 gilt für luxemburgische Haushalte eine Rauchmelderpflicht.

Am 1. Januar 2023 gilt für luxemburgische Haushalte eine Rauchmelderpflicht.

Nicolas Chauty/L'essentiel
In den Nachbarländern ist mit der Rauchmelderpflicht auch die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Wohnungsbränden drastisch gesunken.

In den Nachbarländern ist mit der Rauchmelderpflicht auch die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Wohnungsbränden drastisch gesunken.

Nicolas Chauty/L'essentiel

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Seit 2020 ist es beschlossen, nun neigt sich die dreijährige Überbrückungsphase für bestehende Wohneinheiten dem Ende zu: Innenministerin Taina Bofferding (LSAP) hat am heutigen Dienstag daran erinnert, dass ab dem 1. Januar 2023 jede Wohnung im Land mit mindestens einem Rauchmelder ausgestattet sein muss, und zwar in den Schlafzimmern und in Fluchtwegen, sowie im Korridor und Treppenhaus. Seit 2020 gilt die Pflicht schon für Neubauten, für bestehende Wohneinheiten wurde eine Überbrückungsphase von drei Jahren ausgehandelt.

«Die Installation eines Rauchmelders hat die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Wohnungsbränden in unseren Nachbarländern um bis zu 25 Prozent reduziert», erklärt Taina Bofferding. Im Großherzogtum hat es drei Jahre gedauert, bis das 2019 verabschiedete Gesetz umgesetzt wurde. Die Notwendigkeit dieser Pflicht sei jedem bewusst gewesen, heißt es von der Ministerin. Einige Bürger haben ihr Heim schon vor Beschluss des Gesetzes mit Rauchmeldern ausgestattet: Das Innenministerium habe seit 2019 im Rahmen von Präventionsmaßnahmen und in Kooperation mit dem CGDIS rund 200.000 kostenfreie Rauchmelder an Luxemburgs Haushalte verteilt, so die Behörden.

Hast Du bereits einen Rauchmelder in deiner Wohnung?

Damit sollte der Ansturm auf die gesetzlich verpflichtenden Melder in den kommenden Monaten erst einmal ausbleiben. Diejenigen die noch kein solches Gerät in ihrem Besitz haben, müssen etwa 15 Euro für einen Rauchmelder auf den Tisch legen. Allerdings plant der CGDIS, in den kommenden Wochen weitere kostenfreie Melder in Luxemburgs Supermärkten anzubieten. Mieter können jedoch beruhigt sein: Das Gesetz sieht vor, dass der Vermieter für die Installation der Geräte und deren Finanzierung in vermieteten Wohnungen Sorge zu tragen hat.

Welche Folgen erwarten Menschen, die sich gegen eine Installation zum 1. Januar entscheiden? «Man geht ein hohes Risiko für sein Leben ein», erklärt Alain Klein, Leiter der Präventionsabteilung des CGDIS. Im Durchschnitt stirbt In Luxemburg jährlich eine Person an einer Rauchvergiftung. Vor allem die Nächte ohne so einen Melder können gefährlich sein. «In der Nacht kann ein Brand ahnungslose Opfer im Schlaf überraschen. Der Rauch macht nicht wach, sondern bewirkt das Gegenteil», betont Taina Bofferding. Somit kann der kurze Piepser des Melders dabei helfen, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen und Leben zu retten.

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