Stadtentwicklung – Bartringen vereint Fußgänger und Autofahrer
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StadtentwicklungBartringen vereint Fußgänger und Autofahrer

BARTRINGEN - Ein in Luxemburg bislang einzigartiges Projekt startet in Bartringen. Dort sollen sich Autofahrer und Fußgänger das Stadtzentrum brüderlich teilen.

Zwei Jahre lang war das Zentrum von Bartringen eine riesige Baustelle. Das Herz der Stadt wurde komplett umgestaltet. Entstanden ist nun das für Luxemburg einzigartiges Projekt «Shared Space», bei dem sich Autofahrer und Fußgänger die City auf besondere Art teilen. «Es gibt nur drei Regeln: Rechts vor links, Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h und Parken nur auf gekennzeichneten Plätzen», erklärt Bürgermeister Franck Colabianchi (DP). Ampeln, Zebrastreifen oder Bürgersteige gibt es nicht mehr.

So hat der Fußgänger generell das Vorrecht in dieser Zone. Er wird aber dazu angehalten, vorsichtig zu sein und das Überqueren der Straße klar anzuzeigen. Das Konzept des «Shared Space» kommt ursprünglich aus der niederländischen Stadt Drachten. Dort kam die Idee von Paul Hammelmann, dem Präsident der Straßenverkehrssicherheit der Stadt. Seit der Einführung in Drachten (45.000 Einwohner) im Jahr 2011, ist die Anzahl von Verkehrsunfällen mit Personenschäden von acht auf 0,33 pro Jahr zurückgegangen, berichtet der Erfinder.

Über acht Millionen Euro investiert

Dennoch hat es Überzeugungsarbeit gebraucht, um die Bevölkerung von Bartringen für dieses Projekt zu gewinnen. Das war nicht so einfach, wie der Bürgermeister einräumt. «Wir mussten das Zentrum sowieso sanieren. Da haben wir die Gelegenheit genutzt, um etwas innovatives zu machen. », sagt Franck Colabianchi. Die Gesamtkosten lagen dabei bei 8,64 Millionen Euro. Darunter fiel beispielsweise die Neugestaltung eines Parkplatzes und ein neuer Spielplatz.

Neben der Sicherheit und der Verkehrsberuhigung wollte der Gemeinderat mit dem Projekt auch die Geselligkeit der Bewohner fördern. Die erste gemütliche Runde wird an diesem Freitag mit einem kleinen Festakt gestartet. Am nächsten Freitag und Samstag soll es dann zwei größere Festtage geben, mit welchen das neue Zentrum von Bartringen offiziell eingeweiht wird.

(Mathieu Vacon/L'essentiel)

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