Mega-Deal – Bayer bietet 62 Milliarden Dollar für Monsanto

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Mega-DealBayer bietet 62 Milliarden Dollar für Monsanto

Die Gerüchte bestätigen sich: Chemiekonzern Bayer unterbreitet ein offizielles Angebot – für über 62 Milliarden US-Dollar.

Greift nach Monsanto: Das Bayer-Kreuz beim Berliner Flughafen. (Symbolbild)

Greift nach Monsanto: Das Bayer-Kreuz beim Berliner Flughafen. (Symbolbild)

Michael Sohn

Der deutsche Chemiekonzern Bayer will den US-Agrarchemie-Riesen Monsanto für 62 Milliarden Dollar übernehmen. Das Unternehmen legte am Montag ein offizielles Angebot vor. Demnach bietet Bayer je Monsanto-Aktie 122 Dollar in bar. Das sei eine erhebliche Prämie für die Monsanto-Aktionäre. Bayer wolle durch Übernahme von Monsanto ein weltweit führendes Unternehmen der Agrarwirtschaft werden, erklärte der Konzern. Die Akquisition solle durch eine Kombination aus Fremd- und Eigenkapital finanziert werden.

Der Eigenkapitalanteil soll voraussichtlich rund 25 Prozent des der Transaktion zugrundeliegenden Unternehmenswerts abdecken, vornehmlich durch eine Bezugsrechtskapitalerhöhung. Die Monsanto-Aktien hatten am Freitag bei 101,52 Dollar geschlossen.

Gerüchte hielten sich seit längerem

Noch am Mittwoch hatte Monsanto-Manager Brett Begemann Medienberichte über eine mögliche Übernahme durch die deutschen Rivalen Bayer oder BASF als «wilde Spekulationen» zurückgewiesen, «an denen nichts dran ist». Am Donnerstag dann bestätigte Monsanto, dass dem Konzern eine unverbindliche Übernahmeofferte vorliegt – Details wurden jedoch nicht bekannt.

Gerüchte über Gespräche hielten sich aber seit längerem. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte im März unter Berufung auf Insider berichtet, dass Monsanto und Bayer Gespräche führten, bei denen die Amerikaner Interesse am Bayer-Saatgutgeschäft geäußert hätten.

Monsanto steht unter Druck

Monsanto selbst war im Sommer mit seinen Übernahmeavancen beim Schweizer Pflanzenschutzspezialisten Syngenta abgeblitzt. Das Basler Unternehmen wird nun für 43 Milliarden Dollar vom chinesischen Staatskonzern ChemChina geschluckt.

Nach Ankündigung der Fusion der US-Chemiekonzerne DuPont und Dow Chemical, die das Agrarchemiegeschäft als eigenständiges Unternehmen planen, steht Monsanto unter Druck, sich einen Partner zu suchen.

(L'essentiel/mch/sda)

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