Reform steht – Beamte bekommen ab 2012 mehr Geld

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Reform stehtBeamte bekommen ab 2012 mehr Geld

LUXEMBURG – Nach monatelangen Debatten steht die Beamtenreform. Das umstrittene Bewertungssystem kommt. Beamten können sich ab 2012 auf mehr Geld freuen.

Die Minister François Biltgen und Octavie Modert sind mit der Umsetzung der Beamtenreform betraut.

Die Minister François Biltgen und Octavie Modert sind mit der Umsetzung der Beamtenreform betraut.

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Nach Monaten der Diskussion haben sich die Gewerkschaft CGFP auf der einen Seite und die Minister François Biltgen und Octavie Modert auf der anderen Seite einigen können. Sie gaben am Freitag Details zur Beamtenreform bekannt. Bis September soll dies in Gesetzesform gegossen werden.

Gehälter steigen
Die Staatsbeamten bekommen 2012 eine einmalige Prämie von 0,9 Prozent gemessen an ihrem Gehalt. Zudem profitieren sie, wie Angestellte auch, von der Abschaffung der Krisensteuer. Zum 1. Januar 2013 wird ihr Gehalt dann um 2,2 Prozent angehoben. Zudem werden zwei neue Betreuungseinrichtungen für die Kinder von Beamten geschaffen.

Stage wird verlängert
Der so genannte Stage wird künftig nicht mehr zwei sondern drei Jahre dauern. Bei entsprechender Qualifikation kann er allerdings auf zwei Jahre verkürzt werden. Praktikanten erhalten in den ersten beiden Jahren 80 Prozent des Einstiegslohns, im dritten Jahr 90 Prozent. Das Mindestgehalt für qualifizierte Arbeitnehmer darf allerdings nicht unterschritten werden.

Ziele werden vereinbart
Beamte müssen mit ihren Vorgesetzten künftig Ziele für die kommenden drei Jahre definieren und versuchen, diese zu erreichen. Jährlich findet ein Mitarbeitergespräch statt, bei dem über die Ziele gesprochen wird und die Ergebnisse schriftlich festgehalten werden.

Bewertungssystem kommt
Die Leistungen von Beamten werden evaluiert und zwar während des Stages, beim Eintritt in die höhere Laufbahn (niveau supérieur) und bei Beförderungen. Gemessen werden die Qualität der Arbeit, das Erreichen der Ziele, die Strebsamkeit und das Verhalten. Der Beamte kann vor einer vermittelnden Kommission (siehe Vermittler unten) Einspruch erheben, falls er mit dem Ergebnis nicht einverstanden ist. Bei guter Bewertung kann die Gehaltsstufe erhöht werden. Ist die Leistung nicht ausreichend, kann die Beförderung hinausgezögert werden.

Schlechte Leistungen
Wenn der Beamte seinen Aufgaben nicht gerecht wird, kann ein Verfahren eingeleitet werden. Als Folge können eine Versetzung, eine Zurückstufung oder gar die Amtsenthebung drohen.

Neuer Vermittler
Bei Konflikten können sich Beamte an einen Vermittler wenden.

Kerstin Smirr/L'essentiel Online

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