Fehler an den Oscars – «Bedauern zutiefst, dass es dazu gekommen ist»
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Fehler an den Oscars«Bedauern zutiefst, dass es dazu gekommen ist»

Für einen Moment sieht «La La Land» wie der große Gewinner aus, doch dann kommt es anders. Eine Rechnungsprüfungsfirma nimmt zerknirscht die Schuld auf sich.

Es war wohl einer der peinlichsten Momente in der Oscar-Historie, im Fernsehen, in der Unterhaltungsbranche – wenn nicht gar in der amerikanischen Geschichte. Und irgendwie geriet Warren Beatty, eigentlich einer der coolsten Männer Hollywoods, ins Zentrum des Durcheinanders.

Die Produzenten von «La La Land» waren mit ihren Dankesreden für den Oscar für den besten Film fast fertig, als auf einmal Gemurmel auf der Bühne ausbricht. Augenblicke später kehrt «La La Land»-Produzent Jordan Horowitz ans Mikrofon zurück und erklärt: «Moonlight hat den besten Film gewonnen. Das ist kein Witz.»

Abklärungen laufen

Am Morgen darauf meldet sich zerknirscht die Rechnungsprüfungsfirma Price Waterhouse Coopers zu Wort, die beim Oscar-Votum die Stimmen zählt und die Umschläge mit den Gewinnernamen bereitstellt. Beatty und seine Bühnenbegleitung Faye Dunaway hätten das falsche Couvert zugesteckt bekommen.

«Wir entschuldigen uns vielmals bei ‹Moonlight›, ‹La La Land›, Warren Beatty, Faye Dunaway und den Oscar-Zuschauern für den Fehler, der während der Preisverkündung für den besten Film gemacht wurde», teilte der Konzern mit. Als die Panne bemerkt worden sei, habe man das sofort richtiggestellt. «Derzeit untersuchen wir, wie das passieren konnte, und bedauern zutiefst, dass es dazu gekommen ist.»

Wenige Tage vor der Verleihung hatte die Firma übrigens nicht im Geringsten daran gedacht, dass etwas schieflaufen könnte: Sie hätten keine Ahnung, was passieren würde, wenn ein falscher Sieger gekürt werden würde, zitierte die «Huffington Post» die Überwachungsfirma. PWC-Berater Brian Cullinan meinte sogar überaus optimistisch: «Das ist sehr unwahrscheinlich.»

«Gott sei Dank waren wir zu zweit da draußen»

Doch zurück zum chaotischen Gala-Ende mit Beatty in der Hauptrolle. Nach seinem Malheur ging er nochmals ans Mikrofon, um sich zu erklären. Er habe den falschen Umschlag geöffnet und dann gestutzt, weil da «Emma Stone, ‹La La Land›» gestanden habe, berichtete der Schauspieler. Er zeigte den Umschlag dann kurz Dunaway und wirkte dabei so, als ob er sie dazu bringen wollte, den Inhalt zu verlesen. Das tat sie dann auch – offenbar in der Annahme, dass Emma Stone falsch und der «La La»-Teil richtig sei.

Der Sender ABC News meldete später in einem Tweet über seine Ausstrahlung der Gala, dass auf dem von Beatty gehaltenen Umschlag «Schauspielerin in einer Hauptrolle» zu lesen gewesen sei. Eine Nahaufnahme bestätigte das.

«Das ist eines der merkwürdigsten Dinge, die mir je passiert sind», sagte Beatty danach im Backstage-Bereich. «Gott sei Dank waren wir zu zweit da draußen», antwortete Dunaway. Die Schauspielerin fragte Beatty dann: «Wem soll ich sonst davon erzählen?» «Jedem», entgegnete er.

Peinliche Situation

Als Vertreter von Price Waterhouse Coopers den Fehler bemerkten, seien sie zur Bühne gerannt, um das Ganze noch zu retten, sagten die Verantwortlichen zur Nachrichtenagentur AP. Doch da war es schon zu spät. Das Ergebnis war eine bizarre Szene: Die gesamten Filmcrews von «La La Land» und «Moonlight» standen gemeinsam auf der Bühne, tauschten mitleidige oder peinlich berührte Blicke aus und herzten einander.

Fehler hat auf die Stimmung geschlagen

Das benommene Publikum muss sich einen Ruck geben, um «Moonlight» den dem Königspreis angemessenen Respekt zu zollen. Und als der Abspann läuft, der nach einem langen Abend normalerweise mit Erleichterung aufgenommen wird, scheint es, als ob die Leute nicht gehen wollen.

«Das Ganze machte ein ganz besonderes Gefühl noch viel besonderer, aber nicht auf die Weise, in der ich es erwartet hatte», sagte der mitgenommene «Moonlight»-Regisseur und Co-Drehbuchautor Barry Jenkins hinter den Kulissen. «Die Leute von ‹La La Land› waren so nett», fügte er hinzu. «Ich kann mir nicht vorstellen, in ihrer Lage zu sein und das tun zu müssen.»

Filmemacher Kenneth Lonergan, der für «Manchester by the Sea» den Regie-Oscar bekam, war im Backstage-Bereich zu Scherzen aufgelegt. «Es hat sich herausgestellt, dass tatsächlich wir den besten Film gewonnen haben, worüber wir sehr glücklich sind.»

(L'essentiel/los/dapd)

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