Seltene Infektion: Behörden melden seltenen Tollwutfall in Region Paris

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Seltene InfektionBehörden melden seltenen Tollwutfall in Region Paris

In einem Pariser Tierheim soll laut französischer Behörden ein Hund an Tollwut erkrankt sein.

In einem Pariser Tierheim wurde ein Tollwutfall gemeldet. (Symbolbild)

In einem Pariser Tierheim wurde ein Tollwutfall gemeldet. (Symbolbild)

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Die französischen Behörden haben am Donnerstag gemeldet, dass es in einem Tierheim in Paris zu einem Tollwutfall bei einem Mischlingshund gekommen sei. Der Hund habe dabei mehrere Personen gebissen. Das Landwirtschaftsministerium teilte später mit, das Pasteur-Institut habe die Infektion bei dem Hund bestätigt. Alle Personen, die im Kontakt zu dem Hund standen, wurden prophylaktisch geimpft.

Bei der Tollwut handelt es sich um eine seltene, aber fast immer tödlich verlaufende Infektionserkrankung, die vor allem durch Hunde- oder Fledermausbisse auf den Menschen übertragen wird. In den westeuropäischen Ländern kommt die terrestrische Tollwut nicht mehr vor, in seltenen Fällen kann es jedoch noch durch Fledermausbisse zu einer Infektion kommen. In ärmeren Ländern ist die Tollwut jedoch noch endemisch, weshalb dort besondere Vorsicht vor streunenden Hunde geboten ist und gegebenenfalls eine Impfung empfohlen wird.

Eine Infektion verläuft beim Menschen in 99 Prozent der Fälle tödlich. Das typische Bild des Schaums vor dem Mund kommt von der «Wasserfurcht», die das Virus auslöst. Schlucken schmerzt den Infizierten so sehr, dass sie es nicht mehr können, wodurch sich der Schaum bildet. Nicht alle Tiere, die das Virus in sich tragen, erkranken auch daran. Während Hunde und Füchse einen ähnlichen Krankheitsverlauf zeigen wie die Menschen, verläuft eine Infektion bei Fledermäusen nahezu symptomfrei.

Neben Hunden und Füchsen können auch Fledermäuse die Tollwut übertragen. (Symbolbild)

Neben Hunden und Füchsen können auch Fledermäuse die Tollwut übertragen. (Symbolbild)

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Vor der Tollwut kann man sich prophylaktisch oder post-expositionell schützen. Eine prä-expositionelle (prophylaktische) Impfung geht mit einem bis zu 100-prozentigen Schutz einher und wirkt ein Leben lang. Werden ungeimpfte Personen infiziert, muss schnellstmöglich gehandelt werden. Durch rasche Gabe von Immunglobulin und Tollwutantikörpern ist die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs der Tollwut nahezu null. Zusätzlich sollte die betreffende Person gegen Tollwut geimpft werden. In vielen Ländern sind diese Antikörper und Immunglobuline nicht verfügbar, weshalb bei Reisen in diese Länder eine Tollwutimpfung empfohlen wird.

(nr/afp)

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