«The Expendables 3» – Bei diesem Action-Film sterben Ihre Eierstöcke

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«The Expendables 3»Bei diesem Action-Film sterben Ihre Eierstöcke

Fünfzehn harte Kerle, Bier und ein Kleinkrieg. Journalistin Isabelle Riederer hat sich «The Expendables 3» aus der Frauenperspektive angesehen.

Ich gebe zu, ich habe weder den ersten noch den zweiten Teil von «The Expendables» gesehen und den dritten hätte ich wohl auch nicht geschaut. Aber manchmal muss man seinen Östrogenspiegel ignorieren. Wobei ich nie damit gerechnet habe, dass mir Brusthaare wachsen würden, aber «The Expendables 3» ist männlicher als Chuck Norris, der sich am Sack kratzt. Dieser, also Norris, fehlt übrigens im dritten Teil.

Nun gut, da sitze ich also im Kino und warte, dass meine Eierstöcke in den nächsten zwei Stunden verkümmern. Sylvester Stallone alias Barney Ross – der ultimative Actionstar – ist samt seinen Expendables zurück: Arnold Schwarzenegger, Dolph Lundgren, Wesley Snipes, Jason Statham und, und, und. Alle ein wenig in die Jahre gekommen, doch die Hüftgelenke sind geölt, die Bypässe durchgeputzt und die Haare frisch gefärbt.

Wer nicht tot ist, fliegt durch die Luft und ist dann tot

Sly und seine Söldnertruppe sollen verhindern, dass eine gefährliche Waffe in die falschen Hände gerät. Bereits die erste Szene fährt alles auf, was das Actionherz begehrt: Kampfhelikopter, Explosionen, fiese Feinde und natürlich Waffen – Sturmgewehre, Handfeuerwaffen, Revolver und Raketenwerfer. Dialogfetzen, Muskeln, Dreck und Pyroeffekte. Es knallt, es brennt und wer nicht tot am Boden liegt, fliegt durch die Luft und ist dann tot. Ich spüre, wie mein rosaroter Nagellack langsam abblättert.

Verschnaufpause. Die Dialoge sind eher mittelmäßig, garniert mit ein paar ironischen Sprüchen. Nun gut, ich habe auch keine literarischen Ergüsse erwartet. Apropos Ergüsse: Bier trinkt Mann offenbar in jeder Lebenslage. Ob kurz vor der Schlacht, während oder danach, Mann hat immer Zeit für ein kühles Blondes.

Meine Brustwarzen stülpen sich nach innen

Gemeinsam mit den neuen, knackigeren Expendables plant Barney einen Rachezug gegen den Erzfeind. Doch die Mission misslingt, die Greenhorns werden gefangengenommen und Barney flieht. Was nun? Die alte Crew ist in Rente, die neue in Geiselhaft. Barney plant eine Rettungsaktion im Alleingang und kurz bevor das Himmelfahrtskommando in die ultimative Schlacht zieht, sind die alten Knaben wieder zur Stelle. Einmal Expendable, immer Expendable.

So männlich wie Stein

Es folgt die wohl explosionsreichste und gleichzeitig blutärmste Kriegsschlacht aller Zeiten. (Ob für uns Frauen oder wegen der herabgesetzten Altersbeschränkung, das bleibt offen). Eine knappe halbe Stunde wird geballert, was die Kanonenrohre hergeben, Fäuste fliegen im Sekundentakt.

Fazit: ein Film, so männlich wie Stein und streckenweise auch so anspruchslos. Dennoch ein Action-Spektakel, das sich sehen lassen kann. Die abgehalfterten Action-Helden machen Spaß, das Tempo ist schwindelerregend und die Stunts grandios. So, und ich geh mich jetzt rasieren.

(Isabelle Riederer/L'essentiel)

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