North im Pelz – «Bei diesem Anblick wird mir schlecht»

Publiziert

North im Pelz«Bei diesem Anblick wird mir schlecht»

Kim Kardashian und Kanye West sind Pelz-Liebhaber. Dass sie nun auch ihre eineinhalbjährige Tochter North in Tierfell kleiden, stößt aber vielen sauer auf.

Blitzlichtgewitter ist sich North West mit ihren 19 Monaten bereits gewöhnt. Doch als ihre Mutter Kim Kardashian sie an der New York Fashion Week zur Adidas-Show trug, stand Nori noch mehr im Zentrum der Aufmerksamkeit. Den Grund dürfte die Kleine wahrscheinlich noch nicht begreifen. Dass es an ihrer Kleidung und ihren Eltern liegt, wohl auch nicht. Das Outfit: neben schwarzen Leggins, T-Shirt und Schuhen von Doc Martens trug North an diesem Tag einen auffälligen Pelzmantel und sorgte damit für viel Aufregung auf den sozialen Netzwerken.

Der Auftritt der kleinen North West gab der Pelzdebatte neuen Schwung. In den letzten Jahren schien es beinahe so, als sei Pelztragen keine Schande mehr. Galt einst, dank Kampagnen von verschiedenen Tierschutz-Organisationen und ihren prominenten Aushängeschildern, das Schlachten eines Tieres zum Zwecke der Fellverwertung als verpönt, scheint der Pelz wieder in der Gesellschaft angekommen zu sein – und zwar mittendrin.

Pelz ist zurück – in anderer Form

Wurde das Fell vor allem von der gut betuchten Schicht getragen, sieht man dieser Tage auch Krethi und Plethi mit einem pelzigen Accessoire auf der Straße flanieren. «Pelz wird nicht mehr klassisch schwer und schwülstig getragen, vielmehr prägt modisch geschnittene und bunt eingefärbte Kleidung aus Pelz das aktuelle Modebild», stellt die Tierschutzorganisation ProTier fest.

Pelz an Billigkleidung ist zum erschwinglichen Massenprodukt geworden. «Kaum eine Winterjacke ohne Kapuze oder Bordüren aus Fellbesatz», kritisiert die Stiftung auf ihrer Website weiter.

Lagerfeld denkt an die Zobel-Jäger

Auch auf den Laufstegen zeichnete sich bereits letzte Saison das Revival des Pelzes ab, in der Herbst/Winterkollektion 2015/16 erlebt dieser Trend gar weiteren Aufwind. Designer wie Karl Lagerfeld haben keinerlei Gewissensbisse aufgrund ihrer Kollektionen: «Es ist sehr einfach zu sagen, kein Pelz, kein Pelz, kein Pelz, aber es ist eine Industrie!», sagte der Modezar gegenüber dem «New York Magazine». Der 81-Jährige macht sich bei diesem Thema auch Sorgen um all die Jobs, die beim Boykott von Tierfell flöten gehen würden. «Die Zobel-Jäger im Norden, die haben keinen anderen Job, dort kann man nichts anderes machen», argumentiert Lagerfeld.

Dass nun der Pelz von North West für Tumult sorgt, zeigt jedoch, dass die Tierschutzkampagnen der 80er- und 90er-Jahre gegen das Pelztragen doch ihre Spuren hinterlassen haben. So wundert sich auch Sharon Osbourne, die Ehefrau von Rocker Ozzy Osbourne, wie man ein Kind in Pelz hüllen könne – schließlich sei North auch «kein Accessoire»: Ihr werde es bei diesem Anblick gar «körperlich schlecht». «Unsere Großeltern haben das getan, aber wir wissen es doch besser. Es ist grausam, den Handel damit zu fördern», kritisiert die 62-Jährige in der Zeitschrift «Closer».

(L'essentiel/mor)

Deine Meinung