Ende der Preisschlacht – Bei Media Markt ist Feilschen künftig tabu

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Ende der PreisschlachtBei Media Markt ist Feilschen künftig tabu

Die Elektronikkette lässt künftig nicht mehr mit sich feilschen. Stattdessen soll es Preissenkungen geben, wenn die Konkurrenten ihre Produkte günstiger anbieten.

Media Markt hat genug von der Preisschlacht.

Media Markt hat genug von der Preisschlacht.

DPA

Der Chef der Media-Saturn-Holding, Horst Norberg, kündigte in der «Frankfurter Allgemeinen SonntagsZeitung» eine generelle Umkehr in der Preispolitik des bislang vor allem mit aggressiver Werbung aufgefallenen Unternehmens an. Media Markt «macht Schluss mit diesem Preisirrsinn, das ist wahr: Schluss mit den Preisschlachten, den Schleuderpreisen, den Geizhalsangeboten», sagte er. Das wollten die Menschen nicht mehr. Künftig werde der Konzern täglich die Preise vergleichen und - sobald maßgebliche Konkurrenten billiger seien - den Preis senken.

Gleichzeitig kündigte er den Start für den Online-Shop des Schwesterunternehmens Saturn noch im Oktober an, Media Markt solle Anfang kommenden Jahres nachziehen. Einen genauen Termin nannte er dem Blatt nicht.

Internet als Schwachpunkt

Das Internet war lange der Schwachpunkt von Media Markt und Saturn. So hat der Branchenriese Media Markt seit einiger Zeit damit zu kämpfen, dass Kunden mit Verweis auf günstigere Preise im Internet Preisnachlässe haben wollten. Einer Analyse vom Jahresbeginn zufolge liegen die Kassenpreise von Media Markt denn auch im Schnitt um 3 Prozent unter den Preisen an den Regalen.

Mit Blick auf bisherige Preisverhandlungen im Markt sagte der Holding-Chef: «Da waren wir, offen gesprochen, nicht immer eindeutig: Wenn ein Kunde kam, und auf einen günstigeren Preis an anderer Stelle verwiesen hat, sind wir darauf eingegangen.» Tatsache sei aber, dass Media Markt den Preis in der Branche gesetzt habe, sich Konkurrenten daran orientiert und manchmal unterboten hätten - ohne dass klar gewesen sei, was an Nebenkosten oben drauf komme.

Bei der Geschäftsentwicklung gibt sich Norberg nach dem Verlust im zweiten Quartal zuversichtlich für das Gesamtjahr und erwartet, dass der geplante operative Gewinn von 575 Millionen Euro tatsächlich auch erreicht wird. «Das dritte Quartal hat unsere Erwartungen gut erfüllt, erfreulich entwickelt sich das Ergebnis», betonte er.

L'essentiel Online/dpa

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