Drei Monate später – Bei «Tutti Frutti» verrotten die Lebensmittel
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Drei Monate späterBei «Tutti Frutti» verrotten die Lebensmittel

ESCH/ALZETTE – Am 12. Mai wurde der Lebensmittelhandel in Esch von einem Feuer zerstört. Nach drei Monaten herrscht am Unglücksort immer noch Chaos.

Verbrannte Lebensmittel am Boden, unerträglicher Gestank und Insekten überall: So sieht es am Brandort in der Rue Joseph Kieffer in Esch/Alzette drei Monate nach dem Brand des Lebensmittelhandels Tutti Frutti aus.

«Das ist nicht normal», sagt einer der vor Ort von L'essentiel getroffenen Angestellten. Im Gebäude, das an jenem Sonntagnachmittag im Mai in Brand geriet, waren die Waren des portugiesischen Lebensmittelgeschäfts, das zahlreiche Cafés und Restaurants im ganzen Land versorgt, gelagert. Noch heute sind komplette Getränkepakete, Müslischachteln, Süßigkeiten, Chips, Wein und sogar Tiefkühlprodukte auf dem Boden verstreut. Nach drei Monaten ist vieles davon am verrotten, was die vielen Insekten erklärt.

25.000 Euro für Reinigung fällig

Offensichtlich hat sich seit der Katastrophe nichts getan. Nur der Schrott rund um das Gebäude wurde entsorgt. Die Stadtverwaltung Esch/Alzette und die Versicherungsgesellschaften schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu, aus gutem Grund: «Das Gerichtsverfahren ist im Gange». Seitens der Gemeinde heißt es: «Mit der Reinigung muss gewartet werden, bis die Brandursache geklärt ist. Niemand hat ein Interesse daran, den Ort in diesem Zustand zurückzulassen!»

Bildstrecke: Am Brandort verrotten die Lebensmittel

Laut des Angestellten des Lebensmittelgeschäfts seien bereits mehrere Experten vorbeigekommen, ohne dass sich etwas getan habe. Er wolle doch nur, dass das Gebäude endlich gereinigt werde, «aus hygienischen und gesundheitlichen Gründen». Seinen Schätzungen zufolge müssten rund 25.000 Euro zur Beseitigung von Schutt und Abfällen berappt werden. Ob die Versicherung die Kosten dafür übernimmt, sei unsicher. Eine der involvierten Versicherungsgesellschaften will sich zum Tutti Frutti-Fall nicht äußern.

Das Nachbarrestaurant habe bereits an Kundschaft verloren

Unschöne Nebenwirkung des Dramas: Der Lebensmittelhandel sei komplett gestoppt, die Mitarbeiter seien wegen betrieblich bedingter Arbeitslosigkeit immer noch nicht entschädigt worden und das Nachbarrestaurant verliere inzwischen an Kundschaft. «Wir sind das Ziel von Plünderungsaktionen geworden und die Hitzewelle hat, was die Hygiene angeht, ihr Übriges getan», so der Tutti Frutti-Mitarbeiter.

(Nicolas Chauty/L'essentiel)

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